Leipziger Uniklinik geht neue Wege bei Versorgung älterer Patienten
Leipzig - Die Gesellschaft in Deutschland wird immer älter. Das stellt auch die Krankenhäuser vor neue Herausforderungen. Das Universitätsklinikum Leipzig begegnet dieser Entwicklung mit einem eigens entwickelten Versorgungskonzept mit dem Namen "LoTTE".
Während im Jahr 2005 im Freistaat etwa 13 Prozent der Krankenhausfälle auf Menschen über 80 Jahre entfielen, lag ihr Anteil 2023 bereits bei rund 25 Prozent – Tendenz steigend.
"Viele ältere Patienten leiden unter mehreren chronischen Erkrankungen", sagt Prof. Hans-Michael Tautenhahn, stellvertretender Bereichsleiter am UKL und Initiator des Projekts.
"Das erfordert neue Versorgungsstrukturen und rückt das Thema einer individuellen und ganzheitlichen Begleitung dieser Patientengruppe vor, während und nach einer OP zunehmend in den Blickpunkt."
Die fünf Buchstaben in "LoTTE" stehen dabei für Lebensqualität optimieren durch Teilhabe, Therapie und Empathie. Kernelemente des Programms sind eine individuelle Vorbereitung auf die Operation und eine ganzheitliche Einschätzung des Gesundheitszustands des Patienten über den Eingriff hinaus.
"Bei älteren Menschen entscheidet nicht allein die eigentliche Erkrankung über den Behandlungserfolg", so Prof. Tautenhahn weiter. "Mobilität, kognitive Fähigkeiten, aber auch das soziale Umfeld spielen ebenfalls eine wichtige Rolle." Daher sollen nun Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten gemeinsam individuelle Behandlungspläne entwickeln, um Komplikationen zu vermeiden.
Krankenhausaufenthalt ist für viele ältere Menschen ein kritischer Einschnitt
Das LoTTE-Team besteht derzeit aus vier Pflegekräften und kümmert sich um alle Patienten über 65 Jahre mit mindestens fünf Vorerkrankungen, denen eine Operation am UKL bevorsteht.
"Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele ältere Menschen ein kritischer Einschnitt", erklärt die Pflegerische Koordinatorin Melinda Adam. "Deshalb ist es wichtig, Behandlung und Versorgung mit allen Beteiligten frühzeitig zu planen und gut zu koordinieren."
Neben der Versorgung während des Klinikaufenthalts nimmt das Projekt daher auch die Zeit danach in den Blick. Gerade ältere Menschen benötigen nach einer stationären Behandlung häufig weitere medizinische oder pflegerische Unterstützung, wie etwa eine Ernährungsberatung oder Physiotherapie.
"Von den Patienten haben wir bisher nur positive Rückmeldungen erhalten", bilanziert Melinda Adam.
Das Projekt soll daher zeitnah erweitert und auf weitere Stationen ausgedehnt werden.
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