Nach fast fünf Jahrzehnten in Leipzig: Bekannte Weihnachtsmarkt-Künstlerin hört auf
Leipzig - Einige lieben sie, andere finden sie gruselig, aber keiner kann abstreiten, dass die Figuren im Märchenland auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt mittlerweile Kult sind und fest dazugehören. Zahlreiche Generationen haben die verschiedenen Geschichten und Kunstwerke schon bestaunt. Der Stil dieser könnte sich aber bald ändern, denn die Künstlerin Elke Herschel (89) tritt jetzt kürzer.
Das schrieb der Marktamtsleiter Dr. Walter Ebert am Dienstagmorgen auf Facebook und bedankte sich im Namen des ganzen Kollegiums bei ihr.
Herschel stellt die Figuren seit 1978 her. Jede ist einzigartig und von Hand gemacht. Laut Ebert sind in 47 Jahren so fast 500 Figuren, Kulissen und Dekorationen für mehr als 30 Märchen-Inszenierungen entstanden.
Zu dem Märchenland gehört in jedem Jahr auch traditionell das Märchenrätsel. In den Szenen sind immer kleine Details oder Fehler eingebaut, die die Besucherinnen und Besucher entdecken sollen, um ihr Wissen über die Geschichten zu testen.
"Bis heute haben über 100.000 Kinder die im Märchenrätsel versteckten, liebevoll verpackten, kleinen eingebauten Fehler entdeckt - oder auch nicht", schrieb der Marktamtsleiter auf Facebook.
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Die Leipziger Oper übernimmt
Elke Herschel wird keine neuen Figuren mehr fertigen und dem Weihnachtsmarkt nur noch als Besucherin treu bleiben. Sie müsse mit fast 90 nun etwas kürzertreten, heißt es.
Das bedeutet allerdings nicht das Aus für das Märchenland auf dem Augustusplatz.
Die Leipziger Oper wird die Tradition fortführen. In den dortigen Werkstätten und Dekorationsabteilungen sollen künftig neue Märchenszenen entstehen.
Wie schnell und ob Herschels Figuren dadurch jemals ganz von dem Weihnachtsmarkt verschwinden werden, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass die beliebte Attraktion und auch das Rätsel fortgeführt werden sollen.
Titelfoto: Bildmontage: privat; Sebastian Willnow/dpa; Facebook/Leipziger Märkte

