Neue Abzockmasche in Leipzig: Betrüger nutzen Notsituationen ganz bewusst aus

Leipzig - In der Messestadt gibt es eine neue Abzockmasche und sie ist besonders gemein. Die Betrüger nutzen Notfallreparaturen aus und verlangen dann überteuerte Preise. Die Verbraucherzentrale (VBZ) erklärt jetzt, wie man die unseriösen Handwerker erkennen kann.

Seriöse Handwerksunternehmen drängen einen nicht zur sofortigen Zahlung direkt vor Ort. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

"Besonders leicht geraten Menschen in diese Falle, wenn schnelle Hilfe benötigt wird und keine Zeit für Preisvergleiche oder mehrere Angebote bleibt – etwa bei einem Wasserschaden, einer verstopften Toilette oder wenn man sich ausgesperrt hat", erklärte Anselm Schüren, Rechtsberater der Verbraucherzentrale Sachsen am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Betroffene suchen dann meist online über Suchmaschinen nach schneller Hilfe. Dort finden sie Webseiten, die schnelle und angeblich regionale Hilfe versprechen, doch die Realität sieht anders aus.

Laut den Experten erschienen vor Ort meistens Subunternehmer, die teilweise nicht einmal fachlich qualifiziert waren und mangelhaft arbeiteten. Trotzdem forderten sie hohe Summen für ihre Arbeit.

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Aktuelle Beispiele, die der VBZ gemeldet wurden, berichteten, dass für die "Ersthilfe" bei einer verstopften Toilette 1500 Euro verlangt wurde. Für eine Türöffnung nach dem Aussperren waren 840 Euro fällig und für das Anbringen einer Lampe rund 350 Euro.

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Der Verbraucherzentrale wurden im Raum Leipzig mehrere Fälle gemeldet. (Symbolbild)  © Boris Roessler/dpa

Die unseriösen Handwerker verlangen eine sofortige Zahlung

Die Betrüger nutzen Notsituationen aus, beispielsweise, wenn man sich aus der eigenen Wohnung ausgesperrt hat. (Symbolbild)  © Holger Hollemann/dpa

Die vermeintlichen Helfer drängten immer auf eine sofortige Zahlung. "Dabei treten die Handwerker teilweise einschüchternd auf und verlassen die Wohnung erst, wenn gezahlt wird", so die Verbraucherzentrale.

"Ist das Geld einmal gezahlt, lässt es sich in vielen Fällen kaum zurückholen. Denn die angegebenen Firmenanschriften sind häufig nicht erreichbar oder existieren gar nicht", so Schüren. Die Webseitenbetreiber weisen bisher jegliche Verantwortung von sich, da sie nur Subunternehmer vermitteln würden.

Der Rechtsanwalt vermutet dahinter aber ein organisiertes System, an dem auch die Betreiber mitverdienen.

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Die Experten von der Verbraucherzentrale raten, möglichst auf bekannte und empfohlene regionale Handwerksbetriebe zurückzugreifen und sich über die Preise zu informieren.

Sollte man trotzdem an eine unseriöse Firma geraten, sollte man wissen, dass es keine Pflicht gibt, sofort vor Ort zu zahlen. Die Experten sagen: Verweigert die Zahlung, verlangt eine Rechnung, schickt die Personen aus der Wohnung und ruft zur Not die Polizei.

Die Verbraucherzentrale in Leipzig unterstützt bei Problemen. Termine können unter 0341 6962929 oder online vereinbart werden.­

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