"Ohne uns läuft nichts": Fahrzeugkorso protestiert in Leipzig gegen Spritpreise und Steuern

Leipzig - Der Druck auf mittelständische Unternehmen in Sachsen steigt immer weiter. Speditionsunternehmen haben sich deswegen am Freitag mit Umzugs-, Taxi-, Transport- und Handwerksfirmen zusammengeschlossen, um mit einem Autokorso friedlich zu protestieren und auf die gravierenden Auswirkungen aufmerksam zu machen.

Mit verschiedenen Plakaten machten die Firmen auf ihre Probleme aufmerksam.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof

"Wir müssen einfach mal ein Zeichen setzen, es kann in diesem Land nicht so weiter gehen", sagte Landtagsabgeordneter Matthias Berger (58, fraktionslos) vorab in einem Aufruf auf Facebook. Der Politiker unterstützte die Demonstration und rief dazu auf, an ihr teilzunehmen.

Organisiert wurde die Veranstaltung unter dem Motto "Speditionen und Transporteure auf die Straße - CO₂-Steuer abschaffen, Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe senken, Mineralölsteuer senken, Lohnnebenkosten senken, den Mittelstand stärken", aber von Michael Henry Berger, Unternehmer aus Leipzig.

Der Protest ist eine Reaktion auf die aktuelle Situation von vielen Firmen durch gestiegene Kosten in verschiedenen Bereichen und auf die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung, die vielen nicht weit genug gehen.

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Bis zu 500 Teilnehmende wurden für die Versammlung angekündigt. Wie ein TAG24-Reporter von vor Ort berichtete, waren es am Ende wohl aber nicht ganz so viele.

Trotzdem zogen, wie die Polizei bestätigte, 22 Lastwagen und 69 Autos vom Völkerschlachtdenkmal über den Leipziger Ring und über die Prager Straße wieder zurück zum Völkerschlachtdenkmal. Vor dem Denkmal und auf dem Augustusplatz gab es Kundgebungen. Im Verkehr kam es kurzzeitig zu Einschränkungen.

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In der Nähe des Völkerschlachtdenkmals versammelten sich am Morgen zahlreiche Lastwagen, Transporter und Fahrzeuge.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof

Man agiere politisch, aber parteilos

Michael Henry Berger, Geschäftsführer eines Transportunternehmens aus Leipzig, hatte zu dem Protest aufgerufen.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof

In einem Interview mit dem MDR erklärte Unternehmer Michael Henry Berger, Geschäftsführer bei Möbel-Service-Transport Elmar Kraus e.K., dass es kein regionales Problem sei und der Mittelstand in ganz Deutschland kämpfen würde.

Ihm war aber wichtig zu betonen, dass man zwar politisch agiere, aber parteilos. Stattdessen setze man auf Unterstützung von den sächsischen Industrie- und Handelskammern.

Die forderten in einer Pressemitteilung erneut die Bundesregierung auf, zu handeln.

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"Gerade in Krisenzeiten braucht es mutige und nachhaltige Entscheidungen, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen. Unsere Unternehmen brauchen dieses Signal – und zwar jetzt", teilte Dr. Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig mit.

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