Leipzig - Die Enttäuschung der treuen Fans und Stammgäste war groß, als der Club Velvet am Wochenende seine Schließung bekannt gab. Aber es soll weitergehen. Wie genau, erfuhr TAG24 von einem der Betreiber.
Seit Jahrzehnten ist der Club in der Südvorstadt schon eine feste Instanz in der Leipziger Party-Szene. Nun ist vorerst Schluss, um einen aufwendigen Umbau und eine Veränderung des Nutzungskonzepts voranzutreiben, so Terence Lieb gegenüber TAG24.
Noch in dieser Woche soll der Rückbau, in der kommenden bereits der Aufbau der Räumlichkeiten vonstattengehen.
Dazu gehört die "offenere und flexiblere" Gestaltung des Mainfloors, die Entstehung eines erhöhten Bereichs hinter dem DJ, das Entfernen der Bar in der Mitte des Raums sowie der Bau eines neuen Podestes an der Stirnseite. Das soll dann zukünftig nicht nur als DJ-Booth, sondern auch als Bühne genutzt werden.
"Ziel ist es, den Raum vielseitiger, visueller und besser bespielbar zu machen", so Lieb. "Für Clubnächte, Konzerte, Showformate oder hybride Events."
Wird der nach eigener Aussage durchaus ambitionierte Zeitplan eingehalten, sei eine Wiedereröffnung bereits für Ende Januar geplant. Allzu lange müssen sich die Gäste also bestenfalls nicht gedulden. Trotzdem muss man sich in Zukunft auf einige grundlegende Änderungen im Club Velvet einstellen.
Club Velvet in Leipzig: So sieht das neue Konzept aus
"Klassisches Clubbing - spät starten, hoher Eintritt, eine einzige musikalische Linie - funktioniert wirtschaftlich und kulturell immer schlechter", erklärt der Betreiber die Überlegungen rund um das überarbeitete Konzept. "Die neue Generation geht anders aus: kürzer, spontaner, preisbewusster, weniger ritualisiert.
Die Anforderungen sind klar: niedrige Preise, Atmosphäre statt Angeberei, kurze Wege, weniger Zwang."
Wie auch viele andere Locations in der Stadt könne auch der Club Velvet noch immer die Auswirkungen der Corona-Pandemie spüren. Die Zielgruppe habe sich seitdem verändert, womit auch steigende Kosten für die Werbung und Durchführung spezialisierter Events einhergehen.
Trotz des erhöhten Aufwandes wolle man an den thematischen Eventreihen festhalten, um klare Zielgruppen anzulocken. "Klassische Clubnächte ohne klares Profil" sollen hingegen in der Vergangenheit gelassen werden.
Samstage unter dem Motto "verlässlich, niedrigschwellig, sozial, tanzbar", so Lieb
Während die Freitage für externe (Sonder-)Formate und Gastveranstalter genutzt werden sollen, stehen die Samstage ab sofort ganz unter dem Motto "verlässlich, niedrigschwellig, sozial, tanzbar", so Lieb. Das damit einhergehende zweistufige Modell beginnt jeweils um 20 Uhr mit einem offenen, entspannten Barbetrieb und freiem Eintritt. Ab 23 Uhr soll dann der "Clubmodus" aktiviert und die Tanzflächen eröffnet werden.
Bis 0 Uhr kommen Frauen kostenlos rein, danach muss man acht Euro zahlen. "Ziel ist es, die Eintrittsbarriere drastisch zu senken und wieder mehr Menschen regelmäßig ins Nachtleben zu holen", so die Hoffnung der Betreiber.