Sachse Hugó (9) begeistert auf Social Media - plötzlich meldet sich der größte Schach-Superstar bei ihm
Leipzig/Kreta - Hugó Keleti (9) gehört zu den größten Schach-Nachwuchstalenten in Deutschland. Der Leipziger kämpft gerade bei der Jugend-Europameisterschaft auf Kreta (Griechenland) mit seinem Team um Punkte. Mitten im Turnier erhielt er dann eine besondere Einladung.
Magnus Carlsen (35), der wohl beste Schachspieler aller Zeiten, hat den Neunjährigen zu einer Partie herausgefordert. "Es ist zwar mitten während der EM, aber bei so einer Gelegenheit sage ich natürlich nicht nein", erklärte Hugó auf Instagram.
Am Samstagabend haben die beiden online gegeneinander gespielt. Das Duell wurde auf "Twitch" live übertragen und fand im Rahmen eines Charity-Events zugunsten von "UNICEF" statt.
Hugó hielt sich gut, obwohl er kurz davor erst vier Stunden Schach bei der EM gespielt hatte. "Nach 20 Zügen stand er besser", so Schach-Moderatorin Katharina Reinecke, die das Spiel im Nachhinein auf Social Media zusammenfasste.
Der Schüler hatte im Lauf der Partie einen Vorteil liegen gelassen und eine andere Taktik gewählt. Am Ende war diese nicht aufgegangen. Magnus Carlsen hatte die Pläne von Hugó durchschaut und sich so schließlich den Sieg gesichert.
"Am Ende hat es für Hugo leider nicht gereicht, aber wie der Neunjährige gegen die Nummer eins der Welt aufs Brett gegangen ist, das hat Respekt verdient", schrieb der Deutsche Schachbund (DSB) am Samstagabend.
Mehr als 100.000 Menschen verfolgen den Weg von Hugó Keleti auf Social Media
Online hat das Duell der beiden für viel Aufmerksamkeit gesorgt, denn seit einigen Wochen ist Hugó zusammen mit seinen Eltern auf Social Media aktiv - und das mit sehr viel Erfolg.
Auf TikTok hat er innerhalb weniger Wochen mehr als 111.000 Follower gesammelt und auch auf Instagram startete er in den vergangenen Tagen durch. Zahlreiche Menschen unterstützen ihn online und wünschen dem Jungen Glück.
Hinter der neuen Social-Media-Strategie steckt vor allem die Hoffnung, dass man Sponsoren findet. "Aktuell finanzieren wir Hugós Karriere selbst und stecken etwa 20.000 Euro im Jahr in die Entwicklung. Da Schach keine olympische Sportart ist, ist es schwer, dafür staatliche Förderung zu bekommen", erklärte Hugós Vater Joshua Parksteinhoff in einem Interview mit TAG24.
Der Schüler träumt davon, irgendwann mal der beste Schachspieler aller Zeiten zu werden. Auf dem Weg dahin wird er sich sicherlich noch ein paar Mal mit dem Norweger Magnus Carlsen messen müssen.
Nun steht aber erst mal noch die EM auf Kreta im Mittelpunkt. Fünf von insgesamt neun Runden wurden bereits gespielt. Hugó hat zweimal gewonnen, zweimal verloren und einmal unentschieden gespielt (Stand: Sonntag, 11 Uhr).
Titelfoto: Bildmontage:Silvio Bürger; Gregor Fischer/dpa

