Shalom! New Yorker Tenor (82) bildet in Sachsen jüdische Vorbeter aus

Leipzig - Bisher ist dies wohl nur Insidern bekannt: Seit zehn Jahren werden in Leipzig Vorbeter für jüdische Gemeinden in ganz Deutschland ausgebildet. Am Sonntag feierte das Institut für Traditionelle Jüdische Liturgie Jubiläum.

Joseph Malovany (82), Kantor der New Yorker Fifth Avenue Synagoge, bildet in Leipzig jüdische Vorbeter aus und bot am Sonntag beim Jubiläumsfest eine Probe seines musikalischen Repertoires.
Joseph Malovany (82), Kantor der New Yorker Fifth Avenue Synagoge, bildet in Leipzig jüdische Vorbeter aus und bot am Sonntag beim Jubiläumsfest eine Probe seines musikalischen Repertoires.  © Ralf Seegers

In der jüdischen Welt ist er eine Art "Popstar": Joseph Malovany (82), Kantor der New Yorker Fifth Avenue Synagoge. Der Tenor, der als "Pavarotti der Synagoge" gilt, hat bereits auf zahlreichen Bühnen in aller Welt gesungen und mit namhaften Orchestern zusammengearbeitet.

In Leipzig widmet sich Malovany als Mentor und Rektor des Instituts für Traditionelle Jüdische Liturgie der Ausbildung junger Chasanim, wie die Vorbeter in jüdischen Gemeinden genannt werden. Ihnen vermittelt der Professor die rituellen jüdischen Gesänge, die jeden Gottesdienst beleben.

Eine öffentliche Kostprobe gab es am Sonntag im Ariowitsch-Haus. Hier feierte Malovany mit Lehrern und Absolventen des zum Berliner Rabbinerseminar gehörenden Instituts dessen zehnjähriges Bestehen mit einem Festkonzert.

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Rund 80 Studenten waren seit der Gründung eingeschrieben. Die Zertifizierung als Vorbeter erreichten aber nur vier.

Lehrer und Absolventen feierten mit Vertretern jüdischer Gemeinden zehnjähriges Jubiläum der Vorbeter-Ausbildung in Leipzig.
Lehrer und Absolventen feierten mit Vertretern jüdischer Gemeinden zehnjähriges Jubiläum der Vorbeter-Ausbildung in Leipzig.  © Ralf Seegers

Festkonzert feierte zehnjähriges Bestehen des Instituts für Traditionelle Jüdische Liturgie

"Das liegt daran, dass es wirklich eine Exzellenzausbildung ist", erklärt Sprecher Christian Gesellmann. Im Fokus stehe auch nicht der Abschluss, sondern die Ausbildung. "Es gibt Studierende, die seit zehn Jahren an allen Seminaren teilnehmen, andere nehmen wiederum nur einen Teil der Ausbildung wahr, um bestimmte Aspekte ganz praktisch in ihren Gemeinden anzuwenden."

Das lebenslange Lernen sei eine "Verpflichtung" für Juden, die in der Kultur des Instituts reflektiert sei, so Gesellmann.

Titelfoto: Ralf Seegers

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