Spektakuläres Abseil-Manöver vom Leipziger Uniriesen: Jetzt wird sogar einen Weltrekord geplant
Von Erik-Holm Langhof
Leipzig - Adrenalin pur mitten in der City: Am Samstag hat die Feuerwehr Leipzig auf dem Augustusplatz eine spektakuläre Rettungsübung vom Uniriesen durchgeführt und dabei gleich den Grundstein für ein noch größeres Ziel gelegt.
"Wir haben hier einen Abseilversuch im City-Hochhaus durchgeführt", erklärt Enrico Tolle von der Feuerwehr Leipzig. "Simuliert wurde eine verletzte Person auf der Plattform des Hochhauses, die nicht über Treppenhaus oder Aufzug gerettet werden kann."
Die Lösung: aufwendige Seiltechnik, mitten über einen Teil des Augustusplatzes gespannt.
Auch für erfahrene Einsatzkräfte ist das kein Alltag. "Eine ganz normale Höhe ist es nicht", sagt Feuerwehr-Höhenretter Tommy Schlott. Solche Objekte seien selten, die Übung deshalb etwas Besonderes.
Die Herausforderung: Eine verletzte Person wird in einer Trage gesichert und schräg über mehrere Dutzend Meter am Uni-Gebäude vorbei nach unten gebracht – begleitet von einem Retter.
"Der Eigenschutz ist das A und O", betont Schlott. Der Aufbau allein dauert an diesem Samstag mehr als zwei Stunden.
Doch die Aktion ist mehr als nur Training, wie Enrico Tolle verrät. Sie ist Teil eines großen Plans. Beim Landesjugendfeuerwehrtag am 6. Juni, eingebettet ins Leipziger Stadtfest, will die Feuerwehr die spektakuläre Rettung noch einmal öffentlich zeigen.
Und nicht nur das, Leipzig greift nach einem Weltrekord.
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Rekordversuch in Leipzig: "Das ist einmalig, was wir hier präsentieren"
"Wir möchten die längste Schrägseilrettung der Welt durchführen", kündigt Tolle an. Rund 200 Meter soll das Seil lang sein, gespannt vom Hochhaus bis zu einem Feuerwehrauto auf dem Augustusplatz. Eine Person wird dabei in einer Schleiftrage gesichert und von Höhenrettern kontrolliert nach unten geführt.
Ein offizieller Antrag beim Rekord-Institut für Deutschland (RID) läuft bereits. Besonders dabei: Eine solche Kategorie existiert bislang nicht. "Das ist einmalig, was wir hier präsentieren dürfen", so Tolle.
Trotz aller Technik und Action bleibt ein Ziel klar: Nachwuchs gewinnen. "Wir sind immer auf der Suche nach jungen Leuten, auch nach Interessierten, die nach der Grundausbildung die Zusatzqualifikation als Höhenretter absolvieren", sagt Feuerwehrmann Tommy Schlott. Deshalb freue er sich auf das Event im Juni, um dabei eine breite Aufmerksamkeit auf die Branddirektion lenken zu können.
Im Sommer könnte Leipzig also nicht nur ein spektakuläres Feuerwehr-Event erleben, sondern womöglich auch einen neuen Weltrekord aufstellen.
Titelfoto: Montage: EHL Media/Erik-Holm Langhof

