"Storchen-Air" vor Leipzig gelandet: Tiere werden immer wieder angegriffen

Von Lutz Brose

Leipzig - Vom Wetter her herrscht eitel Sonnenschein. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen leicht über 25 Grad. Bei diesem Bade- und Biergartenwetter denken wohl die wenigsten an den Herbst. Doch der klopft schon leise an der Tür. Am Montag wurden vor den Toren Leipzigs 19 Weißstörche gesichtet.

Mehrere Tiere stärkten sich auf dem Acker.
Mehrere Tiere stärkten sich auf dem Acker.  © Lutz Brose

Auf einem abgeernteten Acker in Wachau begab sich Meister Adebar und Gefolge auf Nahrungssuche, um Energiereserven für ihre lange Reise in wärmere Gefilde aufzutanken.

Wie Uwe Seidel, Artbetreuer und Koordinator für den Regionalbezirk NABU Leipzig, in einem Gespräch mitteilte, gab es gemischte Nachrichten im Storchenjahr 2025. Abschließende Zahlen liegen jedoch erst nach dem Ausfliegen der Jungstörche vor.

Das Brutjahr in der Region begann unterschiedlich, so der Experte. Im Vergleich zum Vorjahr gab es regionale Verschiebungen der Bruten, im Bestand jedoch keine größere Steigerung.

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Während im Landkreis Leipzig und im Westen von Nordsachsen weitere Neuansiedlungen zu verzeichnen waren, blieben in der Elberegion Torgau einige gestandene Horste gänzlich leer.

Tiere sterben immer wieder durch Angriffe

Die Tiere fliegen weiter Richtung Süden.
Die Tiere fliegen weiter Richtung Süden.  © Lutz Brose

Störche, die früh mit der Brut begonnen hatten, litten im kalten und trockenen Frühjahr unter Nahrungsmangel, was vielerorts zum Abwurf von Nestlingen führte. Erst mit steigenden Temperaturen und ausreichender Feuchtigkeit verbesserten sich die Chancen für später brütende Störche.

Auch bei der Wildvogelhilfe Leipzig waren Weißstörche immer wieder ein Thema. Im Juni beklagten die Tierschützer, dass das Storchendrama im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) immer noch andauert.

Dort wurden Gummiringe auf einer Kompostieranlage als Ursache für den Tod von Störchen ausfindig gemacht.

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Erst vor wenigen Tagen entdeckten die ehrenamtlichen Helfer bei einer Kontrolle an einem Horst in Bad Dürrenberg ein schwaches Tier am Boden. Beim Aufnehmen wurden Lähmung der Beine festgestellt und im Brustbereich eine kleine, kreisrunde Öffnung entdeckt.

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Durch die tierärztliche Röntgen-Untersuchung wurde sichtbar, dass ein als Diabolo identifizierte Geschoss im Körper steckte. Das Projektil steckte im Rückenmark, der junge Storch konnte nicht gerettet werden.

Der "Storchen-Air" von Wachau guten Flug und auf Wiedersehen im Frühjahr!

Titelfoto: Lutz Brose

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