Traurige Gesichter bei Familienfest der Feuerwehr: "Sind noch dabei das zu verarbeiten"
Leipzig - Eigentlich sollte es ein schönes Familienfest werden, doch der traditionelle St. Florianstag bei der Leipziger Feuerwehr steht noch unter dem Einfluss der schlimmen Amokfahrt durch die Innenstadt am Montag.
Der Tag der offenen Tür findet trotzdem seit 10 Uhr am Samstag an der Hauptfeuerwache am Goerderring statt. Bis 17 Uhr können Erwachsene wie Kinder hier ein tolles Programm erleben und bei verschiedenen Einsatzübungen dabei sein.
Branddirektor Axel Schuh eröffnete den Tag. Wie bereits angekündigt, begann die Veranstaltung mit einer Schweigeminute für die am Montag getöteten und verletzten Opfer des Amokfahrers Jeffrey K. (33).
"Wir sind immernoch dabei, das ein stückweit zu verarbeiten", so Schuh, der in der Analyse klar feststellen musste, dass alles sogar noch schlimmer hätte kommen können.
"Wenn man sich noch einmal vor Augen führt, dass das eine Straße ist, die fast 500 Meter lang ist. Es war ein früher Montagabend, bei wunderschönem Wetter. Die Innenstadt war gut gefüllt. Wir hätten ein vielfaches an Geschädigten haben können. Ich will damit gar nicht die Angehörigen und die Opfer in ein anderes Licht rücken. Aber wir hatten mit mehr Opfern gerechnet."
Was trotzdem bleibt ist eine schlimme Tragödie, die die Besucher am Samstag nicht kalt ließ, viele traurige Gesichter waren in der Menge und unter den Feuerwehrleuten zu sehen. Ein älterer Herr kämpfte sichtlich mit den Tränen.
Da rücken die vielen Mitmachaktionen und Spiele für Groß und Klein in den Hintergrund. Wer trotzdem Lust hat, am St. Florianstag teilzunehmen und den Feuerwehralltag zu erleben, ist herzlich willkommen.
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Keiner der Einsatzkräfte wollte aus dem Dienst gehen
Das geplante Programm findet Ihr auf der Instagram-Seite der Leipziger Feuerwehr. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, das Feuerwehrorchester begleitet die Veranstaltung musikalisch.
Viele Kameraden waren am Montag selbst stundenlang im Einsatz, nachdem der Amokfahrer durch die Innenstadt gerast und dabei zwei Menschen getötet sowie mehrere verletzt hatte. Laut Schuh habe man den Kameraden im Nachgang der Ereignisse angeboten, sie aus dem Dienst rauszulösen: "Aber jeder Kollege konnte und wollte auch im Dienst bleiben", so Schuh.
Titelfoto: Christian Grube
