Von Anke Brod
Leipzig – Vom früheren "volkseigenen Betrieb" der VEB Bauchemie im Leipziger Süden zeugt aktuell nur noch eine schadstoffbelastete Industriebrache. Das soll sich ändern: Am Mittwoch übergab die Landesdirektion Sachsen (LDS) der Leipziger Gesellschaft für "Bauen und Wohnen" (BUWOG) symbolisch einen Fördermittelbescheid über 1,5 Millionen Euro zur Bodensanierung.
In etwa einem Jahr wird nämlich an der Lößniger Straße der Spatenstich für mehr als 1260 Neubauwohnungen mit ein bis fünf Zimmern anvisiert.
Überdies wollen die Projektentwickler parallel zur angrenzenden S-Bahntrasse hier einen Stadtpark schaffen. Tiefgarage, Kita sowie ein Café samt Quartiersplatz sind für die Chemiebrache ebenfalls vorgesehen.
Ein Nahversorger und kleinere Gewerbe runden das innerstädtische Mischkonzept ab.
In seiner Länge erstreckt sich das Areal von der Semmelweisstraße nahe des MDR-S-Bahnhaltepunkts bis zum Portikus des Bayrischen Bahnhofs.
"Mit der Förderung machen wir die Fläche wieder lebenswert", erklärte LDS-Präsident Béla Bélafi vor Ort.
Leipzig benötigt dringend neuen Wohnraum
"Drumherum wurde schon viel Infrastruktur geschaffen, wir füllen jetzt die Lücke mittendrin", freute sich ihrerseits BUWOG-Geschäftsführerin Eva Weiß. "Wir haben den Boden sondiert und wissen, was drinnen ist", ergänzte sie. Man hoffe bei alledem natürlich, dass es keine "bösen Überraschungen" geben werde.
BUWOG bebaut das Areal als Development-Tochter von Vonovia. Im zweiten Halbjahr 2029 soll das familienfreundliche, verkehrsarme Viertel schließlich bezugsfertig sein.
"Wir bereiten hier den Weg für dringend benötigten Wohnraum", betonte Katja Wünschel, Vonovia-Chief Development Officer (CDO) bei der Fördermittel-Übergabe am Mittwoch.
Sie sagte: "Mit der Sanierung der ehemaligen Bauchemie Leipzig schaffen wir die Grundlage für ein lebendiges Quartier".
In zweijähriger Kleinarbeit wurden zuvor übrigens Zauneidechsen und Wechselkröten vom künftigen Baugrund an den Hainer See umgesiedelt. Kostenpunkt pro Art: 300.000 Euro.
Laut geltender Naturschutzvorgaben müssen die Bauverantwortlichen jetzt 25 Jahre dafür sorgen, dass dieses Habitat für die Tierchen ebenfalls lebenswerter Wohnraum bleibt.