Ärger um Mammut-Projekt: Firma "nicht mehr auf der Baustelle erschienen"
Markkleeberg - Manchmal gehen Pläne zeitlich nicht ganz auf, obwohl doch alles ziemlich genau feststand. Im Falle der geplanten Jugendherberge oberhalb des Kanuparks am Markkleeberger See ist der Grund dafür unbekannt.
Denn das Bauprojekt, das bis zum 1. Juni fertiggestellt werden sollte, muss aktuell ohne Arbeiter klarkommen. Wo die sind, weiß niemand so richtig.
"Ein Unternehmen, das im Innenausbau tätig war, hat seine Arbeit in der Jugendherberge eingestellt und ist nicht mehr auf der Baustelle erschienen. Über die Gründe können wir nur spekulieren", bestätigte Bürgermeister Olaf Schlegel auf TAG24-Nachfrage.
Bei einer zweiten Baufirma gab es auch Probleme. Schlegel: "An anderer Stelle gab es Schwierigkeiten bei der Lieferung von Material. Dies hat Auswirkungen auf Arbeiten im Außenbereich."
Die Folge: Der gewünschte Termin zur Fertigstellung kann nicht eingehalten werden. Neuer Termin ist jetzt der 1. September 2026. Hoffentlich. Denn wie es jetzt genau weitergeht, ist noch in Planung.
Schlegel erklärt: "Die Arbeiten sind öffentlich ausgeschrieben worden. Den Zuschlag hat nun eine weitere Firma aus der Ausschreibung erhalten. Derzeit sind wir noch im bauvorbereitenden Prozess. In dem Zusammenhang müssen wir als Bauherrin mit der neuen Firma abstimmen, welche Leistungen sie erbringen soll. Diese Leistungen muss die Firma danach mit einem Preis versehen. Wichtig ist uns ein sauberer und rechtlich sicherer Übergang, um die Förderfähigkeit des Millionenprojekts nicht zu gefährden."
Markkleebergs Bürgermeister Schlegel: "Dass es zu der Verzögerung kommt, war nicht abzusehen"
Über insgesamt 170 Übernachtungsplätze, eine Cafeteria, einen Infobereich und eine Terrasse soll die Einrichtung am Ende verfügen.
Geplant ist unter anderem auch eine Obstwiese, eine Sitzstufen-Anlage sowie je ein Grill-, Spiel-, Tischtennis- und ein Boccia-Platz.
Dass das Bauvorhaben jetzt über den Sommer hinaus andauert, ist ärgerlich. Denn der Markkleeberger See gilt in den warmen Monaten als beliebtes Ausflugsziel. Baulärm kann da durchaus stören.
Trotzdem steht das Projekt an sich im Vordergrund.
Schlegel klar: "Wer baut, weiß, dass es immer zu Unwägbarkeiten kommen kann. Dass es kurz vor dem Ziel nun zu der Verzögerung kommt, war nicht abzusehen. Dies stellt aber nicht das Vorhaben in Gänze infrage. Die Jugendherberge kommt - und darauf freuen wir uns nach wie vor."
Übrigens: Ermöglicht wird das Vorhaben überhaupt erst durch Mittel des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG), Landesmittel sowie eine Förderung von knapp 16 Millionen von Bund und Freistaat.
Titelfoto: Lutz Brose

