Pfefferspray, Blockaden und Pyro: So verlief der 1. Mai auf Leipzigs Straßen

Leipzig - Anlässlich des 1.-Mai-Feiertages fanden am Montag in und rund um Leipzig insgesamt 26 Versammlungen statt, 15 davon direkt in der Messestadt. Nun zog die Polizeidirektion eine überwiegend positive Bilanz.

Tausende Menschen liefen am Montag aus dem Leipziger Süden bis zum Rabet-Park.
Tausende Menschen liefen am Montag aus dem Leipziger Süden bis zum Rabet-Park.  © livereport Leipzig

Um der Situation angesichts der insgesamt rund 5500 Menschen Herr zu werden, wurden die Einsatzkräfte unter anderem durch die Bereitschaftspolizei, das Verwaltungsamt, die Staatsanwaltschaft sowie das Ordnungsamt unterstützt. In der Messestadt waren somit knapp 500 Beamte und Beamtinnen im Einsatz.

Der Großteil der Demonstrationen verlief laut Behördensprecher Chris Graupner ohne besondere Vorkommnisse, so beispielsweise auch die drei Aufzüge des DGB Region Leipzig-Nordsachsen unter dem Motto "1. Mai 2023 - ungebrochen solidarisch". In der Spitze waren bei der Hauptversammlung am Markt circa 1200 Personen anwesend.

Auch der Aufzug "1. Mai nazifrei" von "Leipzig nimmt Platz" mit Hunderten Teilnehmenden verlief friedlich und wurde nach circa vier Stunden beendet.

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Parallel dazu sammelten sich rund 300 Menschen am Südplatz, um unter dem Motto "Alle auf die Straße zum 1. Mai! Gemeinsam als Klasse kämpfen!" über die Karli bis hin zum Rabet zu laufen. Entlang der Route stießen immer mehr Leute dazu, sodass die Teilnehmerzahl auf circa 1700 geschätzt wurde.

"Es wurden verschiedene Transparente und Plakate mitgeführt und vereinzelt Pyrotechnik gezündet", so Graupner. Um 19.40 Uhr wurde die Versammlung dann für beendet erklärt.

Im "Alle auf die Straße zum 1. Mai! Gemeinsam als Klasse kämpfen!"-Demozug wurde Pyrotechnik gezündet.
Im "Alle auf die Straße zum 1. Mai! Gemeinsam als Klasse kämpfen!"-Demozug wurde Pyrotechnik gezündet.  © NEWS5 / Munzke
Rund 500 Polizeikräfte waren am Montag in Leipzig im Einsatz.
Rund 500 Polizeikräfte waren am Montag in Leipzig im Einsatz.  © livereport Leipzig

1. Mai in Leipzig: Polizei setzt Pfefferspray und Gewalt ein

Teilnehmer des "Deutschland braucht Frieden, Freiheit, Souveränität"-Aufzugs schwenkten die in rechten Kreisen verbreitete schwarz-weiß-rote Reichsflagge.
Teilnehmer des "Deutschland braucht Frieden, Freiheit, Souveränität"-Aufzugs schwenkten die in rechten Kreisen verbreitete schwarz-weiß-rote Reichsflagge.

Zuletzt wurde es dann nochmal bei dem um 17.35 Uhr vom Augustusplatz gestarteten Aufzug unter dem Motto "Deutschland braucht Frieden, Freiheit, Souveränität" spannend. Die Versammlung, die in Verbindung mit den "Montagsdemos" stand, bewegte sich in Richtung Prager Straße, wo eine Spontanversammlung angemeldet wurde, sodass es zunächst zum Stillstand kam.

Auch im Bereich der Talstraße blockierten linke Protestierende den Aufmarsch - obwohl das Ordnungsamt dem nicht stattgab.

Schließlich musste sich der circa 69 Personen starke Aufzug aber geschlagen geben und ohne Beendigung der Route zurück zum Augustusplatz laufen. Um 18.52 Uhr war dann Schluss.

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"Im Vorfeld dieser Veranstaltung kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Versammlungsteilnehmern und Gegenprotestlern", berichtete Graupner außerdem. Die Polizei setzte Pfefferspray und körperliche Gewalt ein, um "die Lage zu beruhigen".

Der Gegenprotest blockierte die Route, sodass die Versammlung umkehren musste.
Der Gegenprotest blockierte die Route, sodass die Versammlung umkehren musste.

Neben diesen großen Versammlungen fanden sich im Stadtgebiet auch viele kleinere Demo-Gruppierungen zusammen.

Titelfoto: Montage Silvio Bürger ; NEWS5 / Munzke

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