Leipzig vor "Gen Z"-Protest: "Keine Erkenntnisse, dass es zu Verläufen kommt wie in Frankreich"
Leipzig - In gleich mehreren deutschen Städten wollen junge Menschen am 31. Oktober auf die Straße gehen, während nach den Ausschreitungen in Frankreich mächtig Panik angesichts der sogenannten "Gen Z"-Proteste gemacht wird. In der Ratsversammlung erklärte Leipzigs Verwaltung nun, worauf sie sich für Samstag einstellt. Dabei bemerkte sie, dass sie einen vorwiegend friedlichen Protest erwartet.
Eine Versammlungsanmeldung liege seit dem 19. Oktober vor, wie Ordnungsamtsleiter Matthias Laube in der Sitzung erklärte. Dabei sei der Anmelder zunächst von 100 Teilnehmern ausgegangen. Ein Demozug sollte zunächst durch die Innenstadt laufen.
Inzwischen habe der Anmelder die Zahl der erwarteten Teilnehmer jedoch nach oben korrigiert. "Geht nunmehr von etwa 2500 Teilnehmern aus, räumt jedoch ein, dass es durchaus etwas mehr werden könnten", so Laube. "Nach unserer Einschätzung, die sich auch mit der der Polizeidirektion und des Verfassungsschutzes deckt, könnte es im niedrigen vierstelligen Bereich liegen."
Entsprechend wurde auch die Versammlungsroute geändert, die nunmehr vom Augustusplatz im Uhrzeigersinn über den Leipziger Ring verlaufe, dann an der Goethestraße abbiege, um zu einer Abschlusskundgebung wieder auf dem Augustusplatz zusammenzukommen.
Angesichts der Befürchtung vor Gewaltszenen wie in Frankreich erklärte der Ordnungsamtschef: "Wir haben wie üblich die Polizeidirektion und den Verfassungsschutz eingebunden. Dort gibt es keine Erkenntnisse, dass es zu vergleichbaren Versammlungsverläufen kommt, wie wir das in Frankreich beobachten."
Stadträtin zu Protesten: "Das sind legitime Forderungen"
"Es wird vorwiegend friedlicher Protest erwartet. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass eventorientierte, junge Menschen darunter sind, die auch dem Linksextremismus zuzurechnen sind", so Laube.
Das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte die CDU per Eilanfrage. Sprecher Julian Schröder erinnerte bei seiner Nachfrage sogleich wieder an die Ausschreitungen während der "Tag X"-Demo.
"Ich bin schon bisschen schockiert, mit welcher Panik hier der Raum gefüllt wird", konterte dem Linken-Stadträtin Juliane Nagel. "Ich freue mich ja, wenn junge Schülerinnen und Schüler auf die Straße gehen und die Bildungsmisere anprangern. Da stehen legitime Forderungen dahinter. Also das jetzt eins zu eins mit Terror und Gewalt gleichzusetzen, das finde ich ein starkes Stück."
Die Initiative "Gen Z regelt!" hat für Samstag zu Demonstrationen in 21 deutschen Städten aufgerufen. In Leipzig soll der Protest nach aktuellem Stand um 14 Uhr starten.
Titelfoto: Montage: Jan Kaefer + Jennifer Brückner/dpa

