Leipzig - Seit über zwei Jahren erweitern die Leipziger Verkehrsbetriebe ihr Angebot. Teil der Veränderungen hin zum "Liniennetz der Zukunft" ist jedoch auch die geplante Verschmelzung der Buslinien 71 und 89. Mit dem Fahrplanwechsel zum 13.12.2026 würde die Linie 89 nicht nur ihre geschichtsträchtige Nummer verlieren, sondern auch nicht mehr durch die Innenstadt fahren. Im Stadtrat sorgte das am Mittwoch für viel Gesprächsstoff.
Bereits zur Busreform 2010 war eine Umbenennung geplant. Das stieß damals jedoch auf großen Unmut, sodass die 89 beibehalten wurde. Die SPD-Fraktion forderte den Oberbürgermeister nun erneut auf, die Nummerierung unverändert zu lassen und sicherzustellen, dass die 89 weiterhin direkt durch die Innenstadt fahren kann.
"Weil wir davon überzeugt sind, dass ganz viele Menschen nach wie vor diese direkte Verbindung in die Innenstadt nutzen und davon profitieren", sagte der SPD-Abgeordnete Frank Franke einleitend. "Wenn zum Beispiel Wochenmarkt ist und die Leute mit ihren Einkäufen wieder nach Hause wollen, aber auch viele Touristen nutzen diese Linie."
Die Grünen-Politikerin Kristina Weyh sprach sich ebenfalls für die Beibehaltung der historischen Nummerierung aus, kritisierte jedoch das geplante Festhalten an der bisherigen Strecke: "Es kommt durch den Bus zu vielen Konflikten in der Innenstadt, die halt sehr krass besucht ist." An vielen Tagen müsse die Linie aufgrund von Veranstaltungen zudem umgeleitet werden und fahre sich auch sonst regelmäßig aufgrund des dichten Treibens in der Stadt hohe Verspätungen ein.
Baubürgermeister Dienberg: "Wir empfehlen, beide Punkte abzulehnen"
Baubürgermeister Thomas Dienberg erklärte aus Sicht der Stadtverwaltung: "Wir empfehlen, beide Punkte abzulehnen." Die Verkehrsbetriebe hätten bereits deutlich gemacht, dass die Nummerierung der Linien an erster Stelle dazu diene, den Fahrgästen Orientierung im Verkehrsnetz zu bieten. Die 89 widerspreche dieser Logik.
Am Ende votierte eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten für den Änderungsantrag der SPD, die Nummerierung beizubehalten. Der zweite Teil, die bewährte Linienführung zu erhalten, fand jedoch keinen mehrheitlichen Zuspruch.
Klar scheint so weit, dass das letzte Wort zum Thema "Liniennetz der Zukunft" und insbesondere zur Buslinie 89 noch nicht gesprochen wurde.