Preis-Schock für Leipziger Kleingärtner: Stadt plant deutliche Pacht-Erhöhung

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Leipzig - Kleingartenpächter in Leipzig müssen sich ab Beginn des kommenden Jahres wohl auf deutlich höhere Kosten einstellen. Das Rathaus plant, den Pachtzins erstmals seit 1998 zum 1. Januar 2027 anzuheben. Zuvor muss der Stadtrat Anfang September jedoch noch grünes Licht geben.

Kleingarten-Pächter auf städtischem Grund müssen sich ab kommendem Jahr wohl auf höhere Kosten einstellen. (Archivfoto)
Kleingarten-Pächter auf städtischem Grund müssen sich ab kommendem Jahr wohl auf höhere Kosten einstellen. (Archivfoto)  © Jan Woitas/dpa

Mit der geplanten Erhöhung des Pachtzinses von bislang rund 12 Cent (exakt 12,271) auf 21 Cent pro Quadratmeter pro Jahr reagiert die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben "auf die allgemeinen Preissteigerungen der letzten Jahrzehnte".

Für Pächter einer durchschnittlich großen Parzelle von 250 Quadratmetern würde dies eine Preissteigerung von rund 22 Euro pro Jahr bedeuten.

Ausschlaggebend für die Erhöhung der Pacht um knapp 71 Prozent dürfte jedoch wohl vielmehr die angespannte Haushaltslage sein. Sollte der Stadtrat zustimmen, würden die kommunalen Erträge aus Kleingartenflächen ab 2027 um rund 694.000 Euro auf insgesamt circa 1,62 Millionen Euro ansteigen.

Leipzig: Container-Dorf immer noch nicht fertig: Leipziger Schüler müssen in marodem Gebäude bleiben
Leipzig Container-Dorf immer noch nicht fertig: Leipziger Schüler müssen in marodem Gebäude bleiben

"Diese Mittel verbleiben im städtischen Etat, aus welchem auch die Förderung des Kleingartenwesens im Rahmen der Fachförderrichtlinie finanziert wird", heißt es. Trotz der Anpassung bliebe das Gärtnern in Leipzig auch danach "vergleichsweise günstig".

Bundeskleingartengesetz gibt Rahmen für Erhöhung vor

In Leipzig gibt es rund 1200 Hektar Kleingartenflächen, zwei Drittel davon befindet sich im Eigentum der Stadt. (Archivfoto)
In Leipzig gibt es rund 1200 Hektar Kleingartenflächen, zwei Drittel davon befindet sich im Eigentum der Stadt. (Archivfoto)  © Sebastian Willnow/dpa

Um eine rechtssichere Basis für die Erhöhung des Pachtzinses zu erhalten, hatte die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das fachmännische Urteil ermittelte den gesetzlichen Höchstpachtzins auf die nun vorgeschlagenen 21 Cent pro Quadratmeter pro Jahr.

Als Vergleichsmaßstab dient dabei der örtliche Pachtzins im erwerbsmäßigen Obst- und Gemüseanbau. Die Pacht für einen Kleingarten darf laut Bundeskleingartengesetz maximal das Vierfache des landwirtschaftlichen Vergleichswertes betragen. Laut der Stadt hatten viele private Bodeneigentümer ihre Pachtpreise bereits angehoben.

In Leipzig gibt es rund 1200 Hektar Kleingartenflächen, von denen sich rund 800 Hektar im Eigentum der Messestadt befinden. Ein Großteil davon wird an den Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V. sowie an den Kreisverband Leipzig der Kleingärtner Westsachsen e.V. verpachtet.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa

Mehr zum Thema Leipzig: