Taxifahrten in Leipzig werden bald deutlich teurer

Leipzig - Der Leipziger Stadtrat hat am Donnerstag erstmals seit vier Jahren wieder eine neue Taxitarifordnung beschlossen. Damit steigen die Preise für Taxifahrten in der Messestadt spürbar an. Zugleich besteht dadurch jedoch demnächst die Möglichkeit, Festpreise für vorbestellte Fahrten in Anspruch zu nehmen.

Wer in Leipzig Taxi fahren will, muss sich bald auf höhere Kosten einstellen.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Durch die Neufassung der Beförderungsentgeltverordnung steigt die Grundgebühr von Tag- und Nachtfahren von bisher 3,90 Euro auf 4,30 Euro.

Für die ersten drei Kilometer werden tagsüber künftig 3,50 Euro/km fällig (vorher 3,20 Euro). Ab dem vierten Kilometer sinkt die Rate auf 2,40 Euro/km (vorher 2,20 Euro) und ab dem elften im Taxi zurückgelegten Kilometer auf 2,20 Euro/km (zuvor 2,10 Euro).

In den Nachtstunden (20 bis 5 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen steigen die Sätze auf 3,60 Euro/km für die Kurzstrecke, 2,70 Euro/km für mittlere Distanzen und 2,30 Euro/km ab dem elften Kilometer. Der Großraumzuschlag ab dem fünften Fahrgast bleibt hingegen unverändert bei 10 Euro.

Leipzig Rätselraten um Leipziger Klebe-Desaster: Eine Gleis-Hälfte besonders stark betroffen

Freuen dürften sich die Leipzigerinnen und Leipziger angesichts steigender Kosten hingegen über die Einführung von Festpreisen. Sie können jedoch nur bei bestellten Fahrten via App (taxi.eu) oder telefonisch vorangemeldeten Touren in Anspruch genommen werden.

Für eine durchschnittliche Taxifahrt, die in Leipzig laut Berechnungen der Stadtverwaltung sieben Kilometer lang ist, steigt der Preis somit um 7,5 Prozent. Zum Vergleich: Die Ticketpreise für Bus und Tram bei den Leipziger Verkehrsbetrieben sind seit 2022, und somit im selben Zeitraum, um insgesamt 22 Prozent in die Höhe geklettert.

Anzeige

Letzte Neufassung der Tarifverordnung liegt vier Jahre zurück

Mit der Erhöhung soll die langfristige Wirtschaftlichkeit des Taxigewerbes gesichert werden.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Neuauflage der Tarifverordnung war von der Taxibranche bereits im Juni vergangenen Jahres gefordert worden. Weiter verschärft hatten den wirtschaftlichen Druck auf die Unternehmen etwa die Erhöhungen des Mindestlohns zum Jahreswechsel sowie die jüngsten Krisen im Nahen Osten.

"Jeder Autofahrer merkt es selbst an der Tankstelle. Darüber hinaus sind auch Versicherungen oder Ersatzteile massiv teurer geworden", sagt Thomas Voigt, Geschäftsführer von "4884", und verweist darauf, dass die Zahl der Leipziger Taxis seit 2022 um 48 auf insgesamt 510 gesunken ist.

"Kolleginnen und Kollegen hinter dem Lenkrad haben aufgegeben, weil die Kosten einfach davon galoppieren. Wir wollen unser Angebot an die Stadt aber aufrechterhalten, denn als Teil der Daseinsvorsorge fahren wir verlässlich 365 Tage im Jahr zu behördlich genehmigten Tarifen", so Voigt weiter.

Leipzig Leipziger Siemens-Betriebsrat organisiert Ferienlager für ukrainische Waisenkinder

Die Neufassung der Taxitarifordnung tritt am siebten Tag nach Veröffentlichung im Leipziger Amtsblatt, und damit voraussichtlich Mitte Juli, in Kraft.

Mehr zum Thema Leipzig: