Todesopfer rechtsextremer Gewalt: Gedenktafel für Portugiesen Nuno Lourenço

Markkleeberg - Der Portugiese Nuno Lourenço ist am 4. Juli 1998, seinem 49. Geburtstag, in Markkleeberg-Gaschwitz von Rechtsextremisten verprügelt worden. Er starb an den Folgen. Jetzt haben Unbekannte eine Gedenktafel am Bahnhof in Gaschwitz angebracht.

Unbekannte brachten eine Gedenktafel am Bahnhof in Gaschwitz an.
Unbekannte brachten eine Gedenktafel am Bahnhof in Gaschwitz an.  © presse-kollektiv_04277

Die deutsche Nationalmannschaft hatte während der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Kroatien verloren. 

Nach Informationen der "Amadeu Antonio Stiftung" zogen daraufhin mehrere junge Männer los, um ihre Wut an Ausländern auszulassen.

Sie trafen auf den Zimmermann Nuno Lourenço. Unter anderem sollen die Angreifer mit Stahlkappenschuhen gegen seinen Kopf getreten haben.

Am 29. Dezember 1998 starb Nuno Lourenço in Portugal an den Folgen seiner Verletzungen. 

Der Haupttäter wird vom Landgericht Leipzig zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, die Mitangeklagten bekommen Bewährungsstrafen.

"Nuno Lourenço wird erst seit 2009 als Opfer rechter Gewalt von den staatlichen Stellen anerkannt. Warum dies mehr als zehn Jahre gedauert hat, ist nicht geklärt", erklären Unbekannte in einer Pressemitteilung. "Teile der damaligen Täter leben heute wieder ungestört in ihrer alten Nachbarschaft, auch in Gaschwitz."

Auch auf der linksradikalen Internet-Plattform "Indymedia" schreiben Unbekannte: "Nuno Lourenço soll nicht vergessen werden, daher haben wir eine Tafel am Bahnhof in Gaschwitz angebracht."

Titelfoto: presse-kollektiv_04277

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