Von Anke Brod
Leipzig - Wilde Schafsjagd bei 30 Grad im Leipziger Südosten: Eine verirrte Aue sorgte am Dienstag für Aufregung. Autofahrer und Anwohner entdeckten das panische Tier immer wieder auf befahrenen Straßen. Sogar die Polizei rückte aus.
Am frühen Nachmittag war das bei sengender Hitze ungeschorene Tier demnach zunächst auf der Sommerfelder Straße im Stadtteil Mölkau unterwegs. Jene Strecke ist kreuzgefährlich, da sie als hochfrequentiertes Einfallstor in die City gilt.
Beim Eintreffen von TAG24 vor Ort herrschte hier allerdings Fehlanzeige: Von einem einsamen Schaf on Tour gab es weit und breit keine Spur!
Plötzlich kam aus dem nahen Stötteritzer Wäldchen die nächste Meldung: Spaziergänger und Radfahrer mussten der Aue dort teils auf Wegen ausweichen, während Tierfreunde inzwischen schonend versuchten, das sichtlich erschöpfte Mutterschaf einzufangen.
Dies erwies sich als schwierig: Immer wieder rannte das ängstliche Tier seinen Helfern davon.
Letztlich landete es auf der Papiermühlstraße, um wundersamerweise von dort aus direkt in einen umzäunten Hinterhof zu laufen.
Schnell machte ein Beobachter das Tor zu - die Aue war in der Falle!
Verlorenes Schaf eingefangen: Doch wem gehört es?
Wenig später traf auch die herbeigerufene Polizei ein. Währenddessen sicherten beherzte Tierfreunde das Tier im Schatten mit einem Halsband und redeten beruhigend auf es ein.
Nach behördlicher Rücksprache mit dem Amtstierarzt wurde das verlorene Schaf als Zwischenstation schließlich von einem Landwirt abgeholt.
Nun gilt zu ermitteln, woher die wollige Ausreißerin stammt.
Das dürfte jedoch schwierig werden. Wie TAG24 am Ort des Geschehens erfuhr, besitzt das Tier nämlich keinerlei Ohrmarken: Sollte es möglicherweise illegal geschächtet werden?