Robert Marc Lehmann nach Tiger-Angriff: "Du hast jahrelang Tiere gequält und bist aufs Abstellgleis geraten"
Leipzig - Auch mehr als eine Woche nach dem Tiger-Angriff in Dölzig (Landkreis Nordsachsen), bei dem ein 73-Jähriger schwer verletzt wurde, sorgt das Geschehen weiterhin für Ratlosigkeit. Nun meldete sich auch der YouTuber und Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) zu Wort und forderte die bekannte Raubtier-Dompteurin Carmen Zander (52) auf, dem selbst verschuldeten Dilemma endlich ein Ende zu setzen.
"Wie soll ich es sagen, Carmen? Du bist aus der Zeit gefallen!", sagte der Tierrechtsaktivist auf seinem YouTube-Kanal.
Er verstehe, dass die selbst ernannte "Tigerqueen" ihren einstigen Erfolgen hinterhertrauere, die Show sei jedoch seit langer Zeit schon "over".
"Du hast jahrelang Tiere gequält, mit der Peitsche, sie zu unnatürlichen Tricks gezwungen, und bist dann aufs Abstellgleis geraten", so Lehmann. "Und du hast natürlich die Tiger an der Backe und du liebst sie auch, das glaube ich sofort. Aber die verursachen natürlich wahnsinnige Kosten und du beutest sie einfach weiter aus."
Das Leben, das die Dompteurin ihren Raubkatzen im Gewerbegebiet bietet, sei schrecklich und unwürdig, kritisiert der Tierfilmer weiter. Die Behauptung Zanders, die auf ihrem Gelände geborenen Tigerbabys dienten der Arterhaltung, sei ein "Oberwitz".
"Sie sind alle nicht eingetragen, alles irgendwelche fürchterlichen Hybriden, mit irgendwelchen Krankheiten. Kein Zoo will die haben, kannst du nicht mit züchten, sie gehören nicht zu einem der Erhaltungsprogramme", so der Biologe.
Robert Marc Lehmann bietet Unterstützung an
Zander könne sich glücklich schätzen, dass ihr Mitarbeiter (73) den Angriff der knapp 280 Kilogramm schweren Raubkatze mit dem Namen "Sandokan" überhaupt überlebt hat und nicht weitere Menschen verletzt oder getötet wurden, sagte Lehmann.
"Carmen, jetzt muss deine Entscheidung kommen, diesen Quatsch zu beenden, das Züchten zu beenden, die Tigerhaltung zu beenden", fordert der Biologe.
Wie genau das vonstattengehen soll, dafür hat Lehmann, wie er selbst zugibt, jedoch auch nicht die passende Antwort parat. In Deutschland gebe es keine geeignete Auffangstation und allein der Transport in eine möglicherweise infrage kommende Einrichtung in Spanien koste um die 100.000 Euro.
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Für den Fall, dass die nächste und damit letzte Spendenaktion Zanders ausschließlich diesem Zwecke dient, versprach Lehman jedoch seine Unterstützung: "Dann applaudiert jeder, so wie früher in der Manege. Dann kannst du das noch ein letztes Mal erleben, Carmen."
Titelfoto: Bildmontage/Michael Strohmeyer/Daniel Bockwoldt/dpa
