"Meerschweinchen-Mobile": So beschäftigt man Leopardenkinder im Zoo Leipzig, wenn sie nicht raus dürfen

Leipzig - Wenn ein Sturmtief nach dem anderen über Deutschland hinweg fegt, müssen auch im Zoo Leipzig Vorkehrungen getroffen werden, um die Tiere keiner Gefahr auszusetzen. Eine Ausgangssperre für die Bewohner musste her. Damit vor allem den kleinsten trotzdem nicht zu langweilig wird, lassen sich die Pfleger einiges einfallen.

Leopardenmädchen Manju, muss während der Ausgangssperre beschäftigt werden und bekommt eine besondere Leckerei.
Leopardenmädchen Manju, muss während der Ausgangssperre beschäftigt werden und bekommt eine besondere Leckerei.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Das knapp sechs Monate alte Leopardenmädchen Manju sitzt in ihrem Gehege und schaut als wäre ihr ziemlich langweilig. Kein Wunder: Sie darf nicht raus, weil es durch die Stürme "Ylenia" und "Zeynep" zu gefährlich wäre.

Dennis Hochgreve soll das ändern, wenn auch auf unkonventionelle Art, die vermutlich nicht jedem gefällt. "Jetzt biete ich denen eine kleine Beschäftigungsmöglichkeit an und verbinde das quasi mit der Fütterung", kündigt Manjus Tierpfleger bei "Elefant, Tiger & Co." an und legt vier tote Meerschweinchen bereit.

Während Mama Mia schon ganz unruhig auf und ab läuft, bringt Dennis die kleinen Nager an einem Mobile an. In dem Wissen, dass nicht jeder diese Art und Weise gut finden wird.

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"Für mich ist es in dem Fall nicht das arme süße kleine Meerschweinchen, für mich ist es jetzt wirklich Futter", erzählt er weiter. Früher als Kind sei er auch traurig gewesen, wenn eins seiner Meerschweinchen gestorben ist, doch heute hat er einen anderen Blick darauf.

"Tofu ist nun mal nicht drin, irgendwas müssen sie essen. Und wenn das ein Meerschweinchen ist, ist es eben ein Meerschweinchen", erklärt der junge Mann pragmatisch. Und die Konstruktion kommt super an, denn Mia stürzt sich sofort darauf und fängt an zu knabbern.

Und wie Mamas das eben so machen, bringt sie ihrer Tochter sogar ein Meerschweinchen. Während Manju mampft und sogar noch Nachschlag bekommt, wird Dennis etwas wehmütig, weil sie so schnell wächst: "Langsam kann sie aufhören, darf ruhig ein bisschen länger klein bleiben." Jaja, die Kleinen werden immer so schnell groß...

Rüsselhündchen-Papa Herbert ist mit schwanger und wird auf Diät gesetzt

Die Rüsselhündchen Rina (l.), Herbert (r.) und ihr Junges erwarten wahrscheinlich schon wieder Nachwuchs. Im März soll es soweit sein.
Die Rüsselhündchen Rina (l.), Herbert (r.) und ihr Junges erwarten wahrscheinlich schon wieder Nachwuchs. Im März soll es soweit sein.  © Screenshot/Facebook/Zoo Leipzig

Im kuschelig warmen Vogelhaus hingegen bekommen Lasse Nieberding und seine Rüsselhündchen-Familie vom Sturm nicht allzu viel mit. Gefuttert, was das Zeug hält, wird aber auch hier.

Nur einer darf nicht: Papa Herbert! Denn der ist nämlich regelmäßig mit schwanger, wenn seine Rina mal wieder Nachwuchs erwartet, und hat deshalb ordentlich zugelegt. "Den Herbert lassen wir ein bisschen links liegen. Schaben sind ja sehr reichhaltig, er würde irgendwann platzen", schmunzelt Lasse.

Der jüngste Spross entwickelt sich ebenfalls prächtig und kommt ganz nach der Mama. "Mama ist ja das entgegenkommendste Rüsselhündchen der Welt und das Kind macht's nach", so Lasse. Sie seien so zutraulich, dass sie sich sogar streicheln lassen.

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Weil vermutlich schon das nächste Baby unterwegs ist, muss das Kleine nun schon auf den Auszug aus dem Vogelhaus vorbereitet werden – Kistentraining ist angesagt. Und siehe da, lernen durch Belohnung funktioniert, das Rüsselhündchen-Kind schluckt den Köder.

"Das ist ja ein Wahnsinn mit euch, ihr macht mich ja schon bisschen stolz! Gut, Rüsselhündchen ist fertig trainiert, jetzt kann ich Feierabend machen", freut sich Lasse.

Was sonst noch so im Leipziger Zoo passiert ist, seht Ihr in der aktuellen Folge von "Elefant, Tiger & Co." in der MDR-Mediathek.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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