Forscher bestätigen: Gebeine in Ottos Grab gehören tatsächlich zum Herrscher
Von Dörthe Hein
Magdeburg - Das steinerne Grabmal von Otto dem Großen (912-973) im Magdeburger Dom bröckelt und wird saniert – Forscher haben das zum Anlass genommen, die Gebeine des mittelalterlichen Herrschers zu untersuchen.
"Absolut bahnbrechend ist, dass die Knochen aus dem Grab Ottos tatsächlich zu Otto dem Großen gehören", sagte Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller (65).
"Es war gar nicht unbedingt zu erwarten, weil in solchen Gräbern, die so lange zugänglich sind, ganz häufig die Toten ausgetauscht werden."
Der entscheidende Nachweis, dass es sich um Otto I. handelt, sei über die Genetik erfolgt, so Meller weiter.
Archäogenetische Analysen an den Gebeinen Ottos des Großen und Heinrichs II. aus dem Bamberger Dom belegten, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Otto handele.
Beide sind Verwandte dritten Grades und über die väterliche Linie verbunden.
Untersuchung liefert viele Erkenntnisse
Nun sei möglich, ein Lebensbild Ottos des Großen zu zeichnen, sagte der Landesarchäologe. Der Körperbau, Krankheiten, Verletzungen und die Ernährungsgewohnheiten seien untersucht worden. "Otto wird jetzt plötzlich ganz lebendig für uns."
Otto I., auch Otto der Große genannt, war der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und eine zentrale Figur der europäischen Geschichte. Seine Gebeine bleiben weiter in Magdeburg, wie es hieß.
Am 1. September sollen sie in einem neu gestalteten Sarg im Magdeburger Dom wieder beigesetzt werden.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
