"Der Sandmann" am Theater Magdeburg: magisch, gruselig, große Klasse

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Magdeburg - Das Magdeburger Ballett feierte am Samstagabend die Premiere von "Der Sandmann" und entführt das Publikum ab sofort in einen Albtraum, der schöner nicht sein könnte.

Am Samstagabend feierte das Magdeburger Ballett Premiere von "Der Sandmann".
Am Samstagabend feierte das Magdeburger Ballett Premiere von "Der Sandmann".  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Seit seiner Kindheit fürchtet sich Nathanael vor dem Sandmann - eine Schauerfigur, die ungehorsamen Kindern Sand in die Augen streut, bis sie herausfallen.

Nathanael trifft auf den magischen Coppelius, den er für den Sandmann hält. Als sich Nathanael in Olimpia verliebt und herausfindet, dass sie lediglich eine von Coppelius' mechanischen Puppen ist, verfällt er dem Wahnsinn.

Für die Uraufführung von "Der Sandmann" kooperiert die Magdeburger Ballettcompagnie zum ersten Mal mit dem Magdeburger Puppentheater.

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Choreograf Jörg Mannes schlägt mit seiner Version des Sandmanns einen ganz neuen Ton an. Das Tanzstück ist düster, grotesk und furchteinflößend.

Frank Soehnle kreiert für diese besondere Inszenierung zauberhafte, filigrane und gleichzeitig schaurige Puppen, die die verschiedenen Formen von Nathanaels Albträumen annehmen - mal eine Skelett-Kreatur, mal ein gesichtsloser Mann oder lediglich zwei abgeschnittene Arme.

"Der Sandmann" überzeugt mit origineller Choreografie.
"Der Sandmann" überzeugt mit origineller Choreografie.  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Stehende Ovationen für Magdeburger Grusel-Ballett

Für das neue Tanzstück arbeitet das Ballett erstmals mit dem Magdeburger Puppentheater zusammen.
Für das neue Tanzstück arbeitet das Ballett erstmals mit dem Magdeburger Puppentheater zusammen.  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Jörg Mannes hat es wieder geschafft! Nach all den Jahren sein Publikum noch immer überraschen zu können, ist eine große Kunst. Und doch ist die Choreografie für "Der Sandmann" etwas, was das Theater Magdeburg so noch nicht gesehen hat.

Mannes setzt auf die Stärken seines großartigen Ensembles und sorgt für einen mystischen und finsteren Tanzabend, der alle Zuschauer im Schauspielhaus begeistert aus ihren Sitzen springen lässt.

Andrea Cheldi und Joel Dettori als Nathanael gehen von anmutigen und geschmeidigen Schritten direkt zu wilden Sprüngen und Bewegungen über und stellen Nathanaels Weg in den Wahnsinn perfekt dar.

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Als Pendant dazu tanzen Gennaro Chianese und Giacomo Quatraccioni den magischen, mysteriösen und düsteren Coppelius. Besonders zwei Szenen, in denen Coppelius die anderen Charaktere verzaubert oder wo er seine mechanischen Puppen erschafft, werden zu absoluten Hinguckern des Abends!

Die Bühnenmagie wird durch den Einsatz der toll geführten Puppen, einer verdrehten Bühne und originellen Kostümen abgerundet.

Ist "Der Sandmann" einen Besuch wert?

Ist "Der Sandmann" einen Besuch wert?
Ist "Der Sandmann" einen Besuch wert?  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Fazit: Zwar ist "Der Sandmann" das letzte Projekt der Magdeburger Ballettcompagnie in dieser Saison, trotzdem ist es ohne Zweifel das Highlight der Spielzeit!

Ballettdirektor Jörg Mannes und seine Tänzer entführen in eine tragische und dunkle Traum-Welt, was durch den Einsatz von schaurigen Puppen und einer originellen Choreografie zu einem absolut einmaligen Theatererlebnis wird.

Hoffentlich wird "Der Sandmann" noch sehr, sehr lange zu sehen sein und viele Zuschauer ins Schauspielhaus führen - und von den Hockern hauen.

Die übrigen Vorstellungen in dieser Spielzeit sind bereits restlos ausverkauft, es sind aber weitere Termine in Planung.

Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Ida Zenna

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