"Drifting Out/Bolero": Theater Magdeburg setzt neuen Ballett-Maßstab!

Magdeburg - Am Samstagabend feierte der Ballett-Doppelabend "Drifting Out/Bolero" Premiere am Theater Magdeburg. TAG24 war vor Ort - und kann eine klare Empfehlung aussprechen!

Das Theater Magdeburg feierte Premiere von einem neuen Ballett-Doppelabend.
Das Theater Magdeburg feierte Premiere von einem neuen Ballett-Doppelabend.  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Die Choreografie zu "Drifting Out" von Iratxe Ansa und Igor Bocovich wurde erstmals 2022 für das Bern Ballett kreiert und thematisiert die Klimakrise und das Artensterben.

Auf einer Bühne mit weißen Wänden, die immer näher kommen, und weißen Kostümen für die Tänzer, die Zwangsjacken ähneln, erinnert sich der Zuschauer zu Beginn an eine Fabrik oder Psychiatrie.

Nur eine Tänzerin - Chiara Amato - versucht aus dem Trott der Zerstörung auszubrechen und ihre Mitmenschen zu überzeugen. In der zweiten Hälfte "blutet" das Bühnenbild und beschmutzt die weißen Wände mit schwarzem Öl.

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Das Ballett von Ansa und Bocovich setzt besonders auf anmutige Hebefiguren - kraftvoll, kontrolliert und so langsam, dass es manchmal einer Zeitlupe gleicht, fließen und schweben die Tänzer der Magdeburger Ballettcompagnie über die Opernhaus-Bühne.

Ein Abend, zwei Ballette, drei Choreografen

Bei "Drifting out" geht es um Klimawandel und Artensterben...
Bei "Drifting out" geht es um Klimawandel und Artensterben...  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Die Truppe tanzt auf Hochtouren durch den Abend, allen voran zeigt Amato ihr unglaubliches Können mit einer schönen und ausdrucksstarken Mimik.

Unterstützt wird die Compagnie nicht nur durch die fabelhafte Magdeburger Philharmonie, die von Generalmusikdirektor Christian Øland dirigiert wird, sondern auch von der Solistin Anna Malesza-Kutny.

Die Klänge aus dem Orchester, gepaart mit dem sanften und glasklaren Sopran von Malesza-Kutny, zaubern eine melancholische und vor allem ergreifende Klangwelt. Das komplette Ensemble darf sich schon vor der Pause tosenden Applaus vom Publikum abholen.

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In der zweiten Hälfte setzt das Theater Magdeburg - wie üblich bei den Ballett-Doppelabenden - auf einen kompletten Themenumschwung. Wo "Drifting Out" dramatisch, ernst und trotzdem anmutig ist, so ist "Bolero" von Yaron Shamir sexy, kraftvoll und dynamisch.

...und bei "Bolero" dreht sich alles um Verführung und Schönheit.
...und bei "Bolero" dreht sich alles um Verführung und Schönheit.  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

Ist "Drifting Out/Bolero" einen Besuch wert?

Ist "Drifting Out/Bolero" einen Besuch wert?
Ist "Drifting Out/Bolero" einen Besuch wert?  © Theater Magdeburg/Ida Zenna

"Bolero" geht der Frage auf den Grund, wie sehr die Seele und das Gewissen von Schönheit verführt werden können - und ob diese Kraft auch ihre guten Seiten haben kann.

Die Compagnie, angeführt von den herausragenden Joel Dettori und Fiammetta Gotta, tanzt auf einer übergroßen Lagerhalle in - nebenbei erwähnt - einmalig schönen und anmutigen Kostümen von Rosa Ana Chanzá.

Shamir erzeugt mit seinen Tänzern eine fast Foto-Finish-genaue Synchronität mit fließenden Bewegungen und Einflüssen aus dem klassischen Ballett.

Fazit: Macht Euch bei diesem Doppelabend auf etwas gefasst! "Drifting Out" und "Bolero" sind zwei weitere unglaublich gelungene Performances einer überragenden Ballett-Compagnie, die die Messlatte für Perfektion weiter nach oben schiebt.

Das kreative Team legt den Tänzern originelle Choreografien und eine einmalige musikalische Untermalung vor und ist sicherlich ausschlaggebend dafür, dass zum Applaus alle Zuschauer begeistert aus ihren Sitzen springen. TAG24 würde sogar so weit gehen zu sagen - viel besser geht es nicht!

Weitere Vorstellungen findet Ihr im Spielplan des Theaters.

Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Ida Zenna (2)

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