"Die Hölle auf Erden" am Theater Magdeburg: Lachend in den Untergang

Magdeburg - Am Freitagabend feierte die Komödie "Die Hölle auf Erden" deutsche Erstaufführung am Theater Magdeburg. Aber was kann die erste Premiere aus 2026?

"Die Hölle auf Erden" feierte Premiere am Theater Magdeburg.
"Die Hölle auf Erden" feierte Premiere am Theater Magdeburg.  © Theater Magdeburg/Kerstin Schomburg

Der nächste Weltkrieg steht bevor und die Gelehrtesten der Erde sind sich sicher: Nur Gott kann noch helfen. Auf eine Annonce in der Zeitung wird Petrus mit zwei Engeln auf die Erde geschickt, um die Situation zu entschärfen.

Aber können die göttlichen Gesandten da überhaupt etwas ausrichten?

"Die Hölle auf Erden" ist eine Komödie der Wiener Autorin Maria Lazar, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde und nun ihre deutsche Erstaufführung in Magdeburg feiert.

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Regisseurin Julia Prechsl, die dem Magdeburger Publikum bereits von "Jagdszenen" ein Begriff sein dürfte, inszeniert das etwa 100-minütige Stück mit einer cleveren Aktualität.

In keiner der zehn Szenen gehen die Parallelen zwischen den Zwanziger und Dreißiger Jahren zu unserer heutigen politischen Situation verloren. Am Ende steht die Frage im Raum: Wer kann uns noch helfen, wenn ein Krieg bevorsteht?

Verwechslungskomödie mit Gott und der Welt - wortwörtlich

Das Stück glänzt mit expressivem Körpereinsatz.
Das Stück glänzt mit expressivem Körpereinsatz.  © Theater Magdeburg/Kerstin Schomburg

"Die Hölle auf Erden" tanzt die gesamte Zeit auf einem schmalen Grat zwischen einer amüsanten Verwechslungskomödie und einem bedeutungsschwangerem Vorkriegsdrama und hält diese Balance gut.

Toll gespielte, kurzweilige und leicht verständliche Szenen werden von Stroboskoplicht, Ton-Ausschnitten und atonalen Klängen unterbrochen und dadurch in eine expressivere Richtung gelenkt.

Das achtköpfige Ensemble führt gekonnt durch den Abend, beeindruckt besonders mit viel Körpereinsatz, zahlreichen Schnellwechseln und reißt den Zuschauer lachend mit in den Untergang.

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Luise Hart als Professor F. sticht besonders hervor und muss sehr unterhaltsam entweder die eigene Ehefrau, die Engel und Petrus, Polizisten, Politiker oder sogar den Teufel in Schach halten.

Das Schauspiel ist amüsant, aber nicht urkomisch. Das große Gelächter blieb am Premierenabend weitgehend aus.

Ist "Die Hölle auf Erden" einen Besuch wert?

Besonders eindrucksvoll spielt Luise Hart (l.) als Professor F.
Besonders eindrucksvoll spielt Luise Hart (l.) als Professor F.  © Theater Magdeburg/Kerstin Schomburg

Fazit: Das Theater Magdeburg bringt mit "Die Hölle auf Erden" ein bislang unbekanntes Stück über Krieg, das göttliche Eingreifen und die Absurdität einer Ausnahmesituation gelungen auf die Bühne.

Die Schauspieler spielen bis zu sechs Rollen - eine ulkiger als die nächste - und tun dies hervorragend. Bühnenbild, Kostüme und Sounddesign sind originell und clever platziert.

Mit anderen Schauspielkrachern, die in dieser Spielzeit schon zu sehen waren - wie etwa "Schachnovelle", "Indien" oder "Schrei so laut du kannst" - wird "Die Hölle auf Erden" dann aber nicht mithalten können.

Weitere Vorstellungen findet Ihr auf dem Spielplan des Theaters.

Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Kerstin Schomburg (2)

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