Magdeburgs Intendant über mögliche AfD-Regierung: "Heuchlerei, zu sagen, es gebe keine Zensur"

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Magdeburg - Die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt machen vielen Menschen im Land Angst. Besonders Kulturschaffende blicken mit Sorge auf den Haushoch-Gewinn der AfD. Magdeburgs Generalintendant Julien Chavaz (44) findet klare Worte.

Magdeburgs Generalintendant Julien Chavaz (44).
Magdeburgs Generalintendant Julien Chavaz (44).  © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Zwar steht die Regierung in Sachsen-Anhalt noch nicht fest, sollte die AfD aber tatsächlich an die Macht kommen, würde das massive Einschnitte in die Kulturlandschaft bedeuten.

Im Wahlprogramm kündigt die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei an, nur die Kultureinrichtungen, die ein "glaubwürdiges patriotisches Bekenntnis ablegen", weiter finanziell unterstützen zu wollen.

"Der richtige Begriff wäre Regierungstheater", sagte Magdeburgs Generalintendant zu "SWR Kultur", "Das ist etwas, das in der Vergangenheit schon stattgefunden hat [...] und das ist eine große Bedrohung für die Demokratie."

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Würde nun die staatliche Förderung für das Theater Magdeburg entfallen, würde auch ein Drittel des Gesamtbudgets und somit der Löhne für rund 400 Beschäftigte am Vierspartenhaus wegfallen.

"Wenn was nicht gefördert wird, findet [es] im Theater auch nicht statt", so Chavaz, "das ist eine Heuchlerei, zu sagen, es gebe keine Zensur."

Die Blauen kritisieren darüber hinaus, dass an den Theatern zu wenig deutsche Inhalte, etwa von Goethe, Schiller oder Kleist gespielt werden und stattdessen nur "Internationalistisches".

Das Theater Magdeburg war 2025 das "Theater des Jahres" in Deutschland und wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet. Auf dem Spielplan der letzten Jahre waren dabei viele deutsche Schriftsteller zu finden - unter anderem eben Heinrich von Kleist.

Titelfoto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

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