Riesen-Rhino begrüßt Besucher im Magdeburger Kunstmuseum

Von Dörthe Hein

Magdeburg - Ein riesengroßes weißes Rhinozeros steht aktuell im mittelalterlichen Kirchenraum im Kunstmuseum Magdeburg.

Künstler Itamar Gov mit seiner Installation "The Rhinoceros in the Room".  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die neun Meter hohe, sieben Meter breite und 16 Meter lange Installation wurde vom in Berlin lebenden israelisch-deutschen Künstler Itamar Gov eigens für den Raum geschaffen. Das Riesentier aus Polyester wird von einem Gebläse stabilisiert.

"The Rhinoceros in the Room" wird am Sonntag eröffnet und ist für das breite Publikum vom 27. Januar bis zum 11. März zu sehen. Dann folgten die Telemann-Festtage und anschließend werde das Rhinozeros wieder aufgebaut und bis Juni gezeigt, sagte Museumschefin Annegret Laabs (59).

Zur Installation gehört eine raumfüllende Mehrkanalkomposition von Bruno Delepelaire (37) für acht Celli und Gesang. Besucherinnen und Besucher können klassische Melodien und ein beruhigendes Wiegenlied heraushören.

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Textzeilen von Goethes "Erlkönig" seien dabei und traditionelle israelische Musik, sagte Museumsleiterin Laabs. Es entstehe eine Art Dialog, ein Gute-Nacht-Lied und ein gruseliges Märchen, was ständig zwischen sanfter Beruhigung und alarmierendem Horror hin- und herwechsele.

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Niedlich und gefährlich

Das Werk beziehe sich auf ein Theaterstück aus den 1950er-Jahren von Eugène Ionesco (†84).  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Künstler Gov sagte, er beziehe sich auch auf ein Theaterstück aus den 1950er-Jahren von Eugène Ionesco (†84), in dem sich Einwohner eines kleinen Dorfes in Nashörner verwandeln. "Das war eine Allegorie auf Europa in den 30er-Jahren, den Aufstieg autoritärer Kräfte. Ich mag dieses Bild sehr, diese Verwandlung, diese Transformation in Nashörner von Menschen."

Im Hebräischen sei ein Verb entstanden, das soziopolitische Vorgänge beschreibe, wie Individuen oder Gesellschaften sich Richtung autoritärer Ideologien und nationalistischen Kräften bewegten.

Das Rhinozeros sei "ein riesiges Monster, aber am Ende ist es sehr viel Luft", sagte Gov. "Es spielt ein bisschen damit, ob es eine echte Gefahr ist oder nicht so wirklich oder ob es ein Geist von einer vergangenen Gefahr oder immer noch aktuell ist. Was bedeutet das für die Zukunft?"

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Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Land Sachsen-Anhalt sowie von der Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen.

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