"Was Ihr Wollt" am Theater Magdeburg hat nur dieses eine Problem
Magdeburg - Das Theater Magdeburg feierte am Samstagabend Premiere von Shakespeares Komödie "Was ihr wollt". TAG24 war vor Ort - und kann das Stück wärmstens empfehlen!
Viola wird, von ihrem Zwillingsbruder Sebastian getrennt, als Schiffbrüchige auf einer fremden Insel angespült.
Dort verkleidet sie sich als Mann und tritt in den Dienst des Herzogs Orsino ein, in den sie sich prompt verliebt - doch er hat bereits Gefühle für die Gräfin Olivia, die wiederum aber nichts von ihm wissen will.
Die Handlung nimmt ihren Lauf und schon bald wütet die Liebe an allen Fronten - und mit der Rückkehr von Violas Zwilling ist die Verwirrung perfekt.
"Was ihr wollt" ist wohl eines von William Shakespeares meist gespieltesten Werken - und jetzt probiert sich das Theater Magdeburg an der beliebten Verwechslungskomödie.
Liebe und Lust ist kein Ponyhof - oder eben schon, findet Regisseurin und Schauspieldirektorin Clara Weyde, die sich für die Inszenierung von Reitschulen und Pferderanches inspirieren ließ.
Theater Magdeburg setzt auf Witz, Schauspielkunst - und Pferde
Der ständige Einsatz von Steckenpferden, Reitbewegungen und kleineren und größeren Nuancen dieser Tiere, gemischt mit Gesangs- oder Tanzszenen schaffen neben einem kurzlebigen und angenehmen Fluss der Handlung auch viele, viele Spaßmomente.
Die Inszenierung jongliert gekonnt Obszönität, Witz und große Emotionen und setzt auf den vollen Körpereinsatz des zehnköpfigen Ensembles - da wird auch gerne mal ein Ritterturnier auf Abrissbirnen durchgeführt oder zwischendurch komplett blank gezogen.
Das Ensemble bringt einen Hochgenuss der Schauspielkunst auf die Magdeburger Bühne. Jeder einzelne sticht auf seine eigene verschrobene, originelle und witzige Art hervor.
Besonders Philipp Kronenberg als Malvolio kitzelt Lacher und Brüller auch aus dem letzten Zuschauer. Luise Hart als Viola ist nicht weniger witzig und grandios, sie bringt aber zusätzlich eine Sanftheit und Verletzlichkeit an ihre Rolle.
Ist "Was ihr wollt" einen Besuch wert?
Fazit: "Was ihr wollt" ist zweieinhalb Stunden purer Theaterspaß - Punkt. Bei einem so häufig aufgeführten Stück muss man es erstmal schaffen, etwas auf die Bühne zu bringen, was das Publikum nicht schon in- und auswendig kennt.
Clara Weyde hat das mit ihrer pferdestarken Inszenierung allemal geschafft und durfte sich, gemeinsam mit ihrem Spitzenensemble, am Samstagabend minutenlangen Applaus abholen.
Am Ende hat das Schauspiel wirklich nur ein einziges Problem: Es ist leider, leider irgendwann zu Ende.
Weitere Vorstellungen findet Ihr auf dem Spielplan des Theaters.
Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Kerstin Schomburg

