Intel-Baustelle startet 2024 - doch wohin mit 1,8 Millionen Tonnen Erde?

Magdeburg - Damit der US-Chiphersteller Intel in Magdeburg bauen kann, laufen die Vorbereitungen. Eine der größten Herausforderungen: 1,8 Millionen Tonnen Boden müssen abgetragen werden. Wohin?

Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (69, CDU) sieht die Intel-Baustelle in Magdeburg als große Herausforderung.
Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (69, CDU) sieht die Intel-Baustelle in Magdeburg als große Herausforderung.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Von dem künftigen Intel-Gelände in Magdeburg müssen riesige Mengen Mutterboden abgetragen werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. In der Summe seien es rund 1,8 Millionen Tonnen, sagte Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (69, CDU) am Mittwoch in Magdeburg.

Das entspreche etwa 80.000 Lkw-Ladungen. Die Planungen liefen derzeit, die europaweite Ausschreibung solle voraussichtlich im Februar veröffentlicht werden. Teil der Ausschreibung sei dann auch, wohin der Bördeboden gebracht werden soll. Es gebe verschiedene Alternativen, die man sich genau anschauen wolle, so Richter.

Auf dem Gelände Eulenberg sollen rund 40 Zentimeter Erdschicht abgetragen werden, so Richter. Das Material soll dann auf Böden aufgetragen werden, die dadurch verbessert würden, hieß es weiter.

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Das sehe der Bebauungsplan der Stadt Magdeburg vor. Dabei drängt die Zeit: Intel wolle ab Juli auf der ersten Fläche beginnen, Höhenunterschiede auszugleichen - bis dahin müsse dort der Mutterboden abgetragen sein.

Bis April 2025 soll die Maßnahme beendet sein. "Das ist eine echte Herausforderung, die wir aber stemmen werden", sagte der Finanzminister.

80.000 Lkw-Ladungen Erde auf Intel-Baustelle seien "eine echte Herausforderung"

Insgesamt müssten knapp 1,8 Millionen Tonnen Erde abtransportiert werden.
Insgesamt müssten knapp 1,8 Millionen Tonnen Erde abtransportiert werden.  © Stephan Schulz/dpa

Der Geschäftsführer des Bauernverbands Börde, Marius Denecke, betonte, der Boden solle nicht lange "auf Halde liegen", sondern möglichst direkt an den Zielort gebracht werden. Man habe Unterstützung bei dem Thema angeboten, schließlich handele es sich um riesige Mengen Boden von sehr hoher Qualität. Auch Finanzminister Richter betonte: "Wir wollen vermeiden, dass man den Boden zweimal anfassen muss."

Das Abtragen des Mutterbodens ist nur eine Vorarbeit, die für den Bau der Intel-Chipfabrik geleistet werden muss. Es laufen zudem archäologische Untersuchungen, Artenschutzmaßnahmen und Vorbereitungen zur Wasserversorgung sowie zum Abwasser.

Das Land hat eine eigene Gesellschaft gegründet, die sich zudem um den Kauf der Grundstücke für den High-Tech-Park kümmert. Dort sollen sich zahlreiche Firmen rund um Intel ansiedeln. Die Landesgesellschaft solle auch die Investoren betreuen und durch den Verkauf von Flächen wieder Geld verdienen.

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Am Dienstag hatte der US-Chiphersteller betont, das Projekt werde vorangetrieben. Aktuell sei man noch in der Planungsphase und warte auf Genehmigungen.

Den Spatenstich für seine Magdeburger Chipfabrik strebt Intel für Ende des Jahres an. Er warte ungeduldig darauf, sagte Unternehmenschef Pat Gelsinger.

Titelfoto: Bildmontage: Stephan Schulz/dpa, Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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