Von Christopher Kissmann
Magdeburg - Nach dem Rückzug des US-Chipherstellers Intel setzt Sachsen-Anhalt auf einen zeitnahen Rückkauf der Industriefläche in Magdeburg.
Die Stadt habe ein Vorkaufsrecht, sagte Finanzminister Michael Richter (71, CDU) in Magdeburg. Das Land führe derzeit Gespräche mit der Kommune und mit dem Unternehmen. "Intel erwartet auch relativ zügige Verhandlungen."
Parallel dazu wird die Erschließung des Hightech-Parks vorangetrieben. Für die Versorgung mit Strom und Wasser sollen in den nächsten zwei Jahren die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen werden. "Strom ist ein Riesenthema", sagte Richter.
Der US-Hersteller Intel hatte seine Pläne für eine Chipfabrik in Magdeburg vor einigen Monaten endgültig aufgegeben. Gespräche werden derzeit mit einem anderen Unternehmen geführt: FMC will Chips für KI-Rechenzentren produzieren. Mit dem Bund und der EU laufen Verhandlungen zu möglichen Förderungen.
FMC (Ferroelectric Memory Company) wurde 2016 gegründet und ist aus dem Umfeld der Technischen Universität Dresden entstanden.
Anfragen für Intel-Fläche liegen vor
Die Finanzierung solle bis zum Sommer stehen, sagte Richter. Details wollte er mit Verweis auf die laufenden Gespräche mit FMC aktuell nicht bekanntgeben.
Er betonte zudem, dass weitere Investoren an einer Ansiedlung in Magdeburg interessiert sind. "Es gibt auch andere Anfragen", sagte Richter.
Das gilt nicht nur für den Norden, sondern auch den Süden des Landes, wo der Strukturwandel im Zuge des Braunkohleausstiegs voranschreitet. "Wir schaffen Infrastruktur", sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch. Sie sei sehr sicher, dass man die Industrieflächen auch besetzt bekomme. "Die Anfragen sind da."
So gebe es diese etwa aus den Bereichen Maschinenbau, Chemie und der Halbleiter-Wertschöpfungskette.