Von Daniel Josling
Magdeburg - Das Transportgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht sich angesichts hoher Benzin- und Dieselpreise sowie zusätzlicher Belastungen existenziell bedroht.
"Ohne sofortige Gegenmaßnahmen droht ein flächendeckendes Sterben mittelständischer Betriebe – mit massiven Arbeitsplatzverlusten und irreversiblen Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland", warnte der Landesverband des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt und forderte ein schnelles Eingreifen der Politik.
Der Verband sieht die steigenden Kraftstoffkosten als zentrales Problem. Diesel sei im benachbarten Ausland derzeit rund 29 Cent pro Liter günstiger.
Für einen einzelnen Lastwagen bedeute das monatliche Mehrkosten von etwa 870 Euro, für größere Flotten summierten sich die Belastungen auf hohe Beträge im Jahr.
Zudem beklagt der Verband Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Unternehmen. Diese könnten mit günstigem Treibstoff durch Deutschland fahren, während heimische Betriebe zu höheren Preisen tanken müssten und so an Wettbewerbsfähigkeit verlören.
Kritik an doppelter CO2-Belastung
Kritik äußerte der Verband auch an der CO2-Bepreisung. Deutsche Transportunternehmen zahlten sowohl über die Lkw-Maut als auch über den Kraftstoffpreis. Der Verband sprach von einer europaweit einzigartigen Doppelbelastung.
Der Landesverband forderte unter anderem eine deutliche Senkung der Kraftstoffkosten, die Abschaffung der doppelten CO2-Bepreisung sowie faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas.