Von Daniel Josling
Magdeburg - Die neue Riesenglocke für den Magdeburger Dom ist in der Landeshauptstadt angekommen.
Die sogenannte Credamus wurde am Dienstag per Spezialtransport aus Innsbruck (Österreich) nach Magdeburg gebracht und zunächst im Domgarten abgestellt.
Mit rund 15 Tonnen Gewicht soll sie künftig die zweitgrößte Glocke Deutschlands sein - nach dem "Dicken Pitter" des Kölner Doms. Zugleich sprechen die Initiatoren von der weltweit größten Bronzeglocke in einer evangelischen Kathedrale.
Die Glocke war im November vergangenen Jahres in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen worden. Bis sie tatsächlich im Südturm des Doms hängt, dürfte es allerdings noch dauern.
Zuvor sind noch Umbauten an den Türmen erforderlich, und die neuen Glockenstühle müssen eingebaut werden. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Doms habe dafür noch keinen Zeitrahmen genannt, sagte Rainer Kuhn vom Domglockenverein.
Der Förderverein hoffe aber auf eine Fertigstellung vor dem Jahr 2031. Dann jährt sich die Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg zum 400. Mal. "Je schneller, desto besser, aber Gründlichkeit hat natürlich Priorität", sagte Kuhn.
Großgeläut mit zwölf Glocken geplant
Nach Angaben des Domglockenvereins sollen am Ende insgesamt zwölf Glocken zum neuen Großgeläut des Doms gehören. Acht neue Glocken sind bereits in Magdeburg, drei historische hängen schon im Dom.
Die "Credamus" soll später mit einem Kran in den Südturm gehoben werden. Dafür müssten Teile eines gotischen Fensters zeitweise ausgebaut werden.