Nächstes Kapitel bei Skandal-Wahl: Auf Kandidat geschossen?

Ueckermünde (Vorpommern-Greifswald) - Wahl-Eklat in Mecklenburg-Vorpommern? Kurz vor der Bürgermeisterwahl in Ueckermünde hat die Polizei Ermittlungen wegen versuchten Totschlags aufgenommen.

Im sonst so beschaulichen Ueckermünde geht es zurzeit hoch her. (Archivfoto)  © Jens Büttner/dpa

Wie die Behörde am Montag mitteilte, wurden die Beamten bereits am Samstagabend zu einem Einsatz in den Ortsteil Berndshof, östlich von Ueckermünde, gerufen.

Hier soll ein Anwohner vor seinem Haus zwei Knallgeräusche wahrgenommen haben, die er selbst als Schüsse bezeichnete.

Besonders brisant: Bei dem Geschädigten handelte es sich demnach um einen der sieben Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Ueckermünde, die am 12. April 2026 ansteht. Die Identität wurde aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht mitgeteilt.

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Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen und muss dabei jeglichen politisch motivierten Hintergrund sowie die genauen Umstände prüfen.

Es ist nicht der erste Vorfall, der diese Lokalwahl überschattet, sodass der Staatsschutz auch Zusammenhänge mit früheren Zwischenfällen untersuchen muss.

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Parteiloser Kandidat wird mehrfach zur Zielscheibe von Anschlägen

Die Polizei von Ueckermünde muss mehreren Straftaten nachgehen, die offenbar mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Zusammenhang stehen. (Archivfoto)  © Bernd Wüstneck/dpa

Bereits im Januar wurden die Scheiben eines Bürgerbüros am Marktplatz der beschaulichen Kleinstadt eingeschlagen. Der Betreiber Karsten Berndt (60, parteilos) ist ebenfalls ein Kandidat für die anstehende Bürgermeisterwahl.

Wenige Tage nach der ersten Attacke entdeckte der 60-Jährige dann Glasscherben und Brandrückstände vor seinem Wohnhaus, die auf einen Brandanschlag hindeuten könnten. Auch zu diesem Vorfall laufen polizeiliche Ermittlungen.

Anfang März wurden zudem die Reifen vom Transporter des Politikers von unbekannten Tätern zerstochen. In der vergangenen Woche wurden drei Lokalpolitiker zu den Angriffen vernommen - alle drei stritten eine Beteiligung ab.

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Obendrein wurde ein Streifenwagen, in dem zwei Polizisten saßen, am Sonntagnachmittag gegen 16.40 Uhr am Rande einer Wahlkampfveranstaltung mit einem Stein beworfen, der die hintere linke Seitenscheibe durchschlug. Die beiden Beamten blieben unverletzt, der Täter konnte unerkannt entkommen.

Die skandalösen Vorfälle im Vorfeld der Bürgermeisterwahl in Ueckermünde häufen sich also. Dass sie politisch motiviert sind, liegt nahe. Soll die Wahl mit den Einschüchterungsversuchen manipuliert werden?

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