Wal an Ostseeküste gestrandet: Letzte Rettungsaktion des Abends gescheitert

Timmendorfer Strand - Ein Wal wurde bereits mehrfach an der Ostseeküste gesichtet – nun ist er am Timmendorfer Strand gestrandet. Schafft es das Tier gerettet zu werden? TAG24 ist vor Ort.

Auch am Abend konnte sich der Buckelwahl nicht von der Sandbank befreien.
Auch am Abend konnte sich der Buckelwahl nicht von der Sandbank befreien.  © Jens Büttner/dpa

Rettungskräfte versuchten am Abend erneut den gestrandeten Wal wieder in tiefes Wasser zubringen.

Obwohl das Tier sich freischwimmen konnte, ist die Aktion gescheitert und der Wal hängt wieder auf einer Sandbank fest.

Diese Rettungsaktion war die letzte an diesem Abend.

Hubschrauber fliegt schwer verletzten Wirtschaftsminister nach Crash auf A20 in Klinik!
Mecklenburg-Vorpommern Hubschrauber fliegt schwer verletzten Wirtschaftsminister nach Crash auf A20 in Klinik!

Seit den Morgenstunden versuchten Einsatzkräfte den Buckelwal aus seiner Lage zu befreien.

Küstenwache erzeugt mit Schiffen Wellen für den Wal

Mit zwei Schiffen der Küstenwache versuchen die Einsatzkräfte Wellen zu erzeugen, damit sich der Wal freischwimmen kann.
Mit zwei Schiffen der Küstenwache versuchen die Einsatzkräfte Wellen zu erzeugen, damit sich der Wal freischwimmen kann.  © Ulrich Perrey/dpa

Nachdem die Feuerwehr dem Wal am Nachmittag eine Pause gegeben hatte, paddelten die Einsatzkräfte erneut zum Meeressäuger.

Laut den Beobachtungen des TAG24-Reporters vor Ort, versuchten die Einsatzkräfte offenbar den Wal zum Schwimmen zu animieren. Allerdings blieben die Bemühungen erfolglos.

Im Anschluss fuhren zwei Schiffe der Küstenwache in die Nähe des Buckelwals. Sie versuchten mit ihrem Vorbeifahren in der Nähe des Tieres Wellen zu erzeugen, damit sich der Wal so freischwimmen kann.

Nach schlimmem BMW-Crash auf A20: Minister Blank kann Klinik wieder verlassen
Mecklenburg-Vorpommern Nach schlimmem BMW-Crash auf A20: Minister Blank kann Klinik wieder verlassen

Die ersten Versuche der Küstenwache brachten laut den Beobachtungen des TAG24-Reporters vor Ort allerdings leider keinen Erfolg.

Feuerwehr versucht Buckelwal aus Netzresten zu befreien

Die Feuerwehrleute versuchen mir aller Kraft das Tier aus dem Netz zu befreien.
Die Feuerwehrleute versuchen mir aller Kraft das Tier aus dem Netz zu befreien.  © Tobias Bruns/TAG24

Die Feuerwehr versucht am Nachmittag mithilfe eines Schlauchbootes in die Nähe des Buckelwals zu gelangen. Vier Männer probieren vom Boot aus, den Wal aus den Resten des Netzes zu befreien.

Der Buckelwal hat sich bei dem Rettungsversuch gedreht und bekundet lautstark, dass er sich bedrängt fühlt, so die Eindrücke von TAG24 vor Ort.

Je näher die Feuerwehrleute an das Tier herankommen, desto mehr windet es sich im Wasser.

Am Strand herrscht währenddessen gespannte Stille unter den Schaulustigen.

Der Buckelwal ist an der Ostseeküste vor Niendorf gestrandet. Die Feuerwehr versuchte das Tier aus den Netzresten zu befreien.
Der Buckelwal ist an der Ostseeküste vor Niendorf gestrandet. Die Feuerwehr versuchte das Tier aus den Netzresten zu befreien.  © Jens Büttner/dpa

Zwei Schweinswale gesichtet

Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (44, Grüne) ist ebenfalls vor Ort.
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (44, Grüne) ist ebenfalls vor Ort.  © Tobias Bruns/TAG24

Neben dem gestrandeten Buckelwal wurden zusätzlich auch zwei Schweinswale direkt neben ihm gesichtet. Für Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) ist "eine Lebendstrandung von einem Großwal nicht unser täglich Brot".

Gemeinsam mit ihren Kollegen habe sie mit einer Drohne über den Wal geschaut. "Das Tier sieht von der Haut her nicht sehr gut aus und das deutet darauf hin, dass das Tier eine Erkrankung hat", erklärt sie weiter. Auch eine Leine von einem Netz befinde sich noch immer an dessen Kopf.

Am Kopfbereich habe der Wal Bewegungsfreiheit, scheint aber mit Brust oder Bauch aufzuliegen. Zunächst schilderte Groß, dass die Experten näher an das Tier herantreten wollen, um zu sehen, wie es auf Menschen reagiert.

Kurz darauf haben die Experten den Annäherungsversuch jedoch abgebrochen. Die Feuerwehr wurde angefordert. Weiter erklärt Groß, dass Großwale bis zu mehreren Tagen problemlos stranden können. Allerdings nur, wenn das eigene Gewicht nicht zu sehr auf die Organe drücke.

Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (44, Grüne) ist vor Ort. "Das ist ein sehr berührender und ernsthafter Moment und ich wünsche mir sehr, dass die Leute, die hier Urlaub machen, auch Abstand halten", so der Politiker. Auch er hoffe, dass der Wal gerettet werden kann.

Buckelwal am Timmendorfer Strand gesichtet: Polizist erklärt die Hintergründe

Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach erklärt, wie es vor Ort nun mit dem Wal weitergeht.
Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach erklärt, wie es vor Ort nun mit dem Wal weitergeht.  © Tobias Bruns/TAG24

Der Buckelwal wurde in der Nacht zu Montag im Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt. "Heute Nacht ist uns von mehreren Personen ein lautstarkes Geräusch gemeldet worden und auch die Sichtung eines Wals hier vor dem Niendorfer Hafen", erklärt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach auf Nachfrage.

Der Wal war noch am Leben, Einsatzkräfte der Polizei sowie die Wasserschutzpolizei wollten versuchen, das Tier wieder ins Meer zu bringen. Rund zehn Meter messe das Tier. Der betroffene Bereich wurde abgesperrt.

Weiter appellierte er, dass es wichtig sei, das Tier in Ruhe zu lassen. So solle vermieden werden, sich dem Wal beispielsweise über Boote zu nähern. Auch am Land solle sich ruhig verhalten werden.

Die Geräusche des Tiers sind nach Auffassung des TAG24-Reporters vor Ort herzzerreißend. Das Dröhnen schallt über den ganzen Strand.

Wal in Ostsee gesichtet: Tier ist bereits bekannt

Der Wal ist am Montag am Timmendorfer Strand gestrandet.
Der Wal ist am Montag am Timmendorfer Strand gestrandet.  © NEWS5 / René Schröder

Sven Biertümpfel (33), Taucheinsatzleiter für Sea Shepherd Deutschland, bestätigte auf Nachfrage, dass es sich um denselben Wal handelt, der Anfang des Monats bereits im Wismarer Hafen entdeckt wurde. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Netz befreit, in dem er sich zuvor verfangen hatte.

So sind bei dem gestrandeten Wal in Timmendorf die Netzfragmente noch immer sichtbar. "Es ist definitiv der gleiche Buckelwal", so Biertümpfel. Er habe immer noch eine Leine im Kopfbereich, die zu sehen ist.

Derzeit gebe es zwei Möglichkeiten, wie es mit dem Wal weitergeht: "Wenn das Tier da liegengelassen wird, kommt es entweder von alleine frei, oder es verendet dort an Ort und Stelle", so der 33-Jährige.

Alternativ könnten die Experten eingreifen und versuchen, den Wal von der Sandbank zu befreien. Wie genau das vonstattengehen würde, ist noch offen.

Erstmeldung am 23. März 2026, um 8.31 Uhr, zuletzt aktualisiert um 22.22 Uhr.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa

Mehr zum Thema Mecklenburg-Vorpommern: