Wal gestrandet: So soll es bei der Rettungsaktion am Timmendorfer Strand weitergehen

Timmendorfer Strand - Der Wal wurde bereits mehrfach gesichtet – nun ist er am Timmendorfer Strand gestrandet. Schafft es das Tier gerettet zu werden? TAG24 ist vor Ort.

Der Wal ist am Montag am Timmendorfer Strand gestrandet.  © NEWS5 / René Schröder

Neben dem gestrandeten Buckelwal wurden zusätzlich auch zwei Schweinswale direkt neben ihm gesichtet. Für Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) ist "eine Lebendstrandung von einem Großwal nicht unser täglich Brot".

Gemeinsam mit ihren Kollegen habe sie nun mit einer Drohne über den Wal geschaut. "Das Tier sieht von der Haut her nicht sehr gut aus und das deutet darauf hin, dass das Tier eine Erkrankung hat", erklärt sie weiter. Auch eine Leine von einem Netz befinde sich noch immer an dessen Kopf.

Am Kopfbereich habe der Wal Bewegungsfreiheit, scheint aber mit Brust oder Bauch aufzuliegen. Zunächst schilderte Groß, dass die Experten näher an das Tier herantreten wollen, um zu sehen, wie es auf Menschen reagiert. Kurz darauf haben die Experten den Annäherungsversuch jedoch abgebrochen. Die Feuerwehr wurde angefordert. So wollen die Experten mit dem einem Boot an das Tier herantreten. Um den Meeressäuger herum sei es zu tief, um ohne Boot in seine Nähe zu kommen.

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Weiter erklärt Groß, dass Großwale bis zu mehreren Tagen problemlos stranden können. Allerdings nur, wenn das eigene Gewicht nicht zu sehr auf die Organe drücke.

Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (44, Grüne) ist vor Ort. "Das ist ein sehr berührender und ernsthafter Moment und ich wünsche mir sehr, dass die Leute, die hier Urlaub machen, auch Abstand halten", so der Politiker. Auch er hoffe, dass der Wal gerettet werden kann.

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Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (44, Grüne) ist ebenfalls vor Ort.  © Tobias Bruns/TAG24

Buckelwal am Timmendorfer Strand gesichtet: Polizist erklärt die Hintergründe

Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach erklärt, wie es vor Ort nun mit dem Wal weitergeht.  © Tobias Bruns/TAG24

Der Buckelwal wurde in der Nacht zu Montag im Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt. "Heute Nacht ist uns von mehreren Personen ein lautstarkes Geräusch gemeldet worden und auch die Sichtung eines Wals hier vor dem Niendorfer Hafen", erklärt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach auf Nachfrage.

Der Wal sei noch am Leben, Einsatzkräfte der Polizei sowie die Wasserschutzpolizei wollen versuchen, das Tier wieder ins Meer zu bringen.

Rund zehn Meter messe das Tier. Der betroffene Bereich ist abgesperrt. Auch Experten sind bereits auf dem Weg. Wie genau es weitergeht, ist noch unklar. "Ziel ist es, dem Wal zu helfen", so Gerlach

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Weiter appelliert er, dass es wichtig sei, das Tier in Ruhe zu lassen. So solle vermieden werden, sich dem Wal beispielsweise über Boote zu nähern. Auch am Land solle sich ruhig verhalten werden.

Zahlreiche Schaulustige haben sich bereits am Strand gesammelt und versuchen einen Blick auf das Tier zu erhaschen. Die Geräusche des Tiers sind nach Auffassung des TAG24-Reporters vor Ort herzzerreißend. Das Dröhnen schallt über den ganzen Strand.

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Sven Biertümpfel (33), Taucheinsatzleiter für Sea Shepherd Deutschland, bestätigte auf Nachfrage, dass es sich um denselben Wal handelt, der Anfang des Monats bereits im Wismarer Hafen entdeckt wurde. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Netz befreit, in dem er sich zuvor verfangen hatte.

So sind bei dem gestrandeten Wal in Timmendorf die Netzfragmente noch immer sichtbar. "Es ist definitiv der gleiche Buckelwal", so Biertümpfel. Er habe immer noch eine Leine im Kopfbereich, die zu sehen ist.

Derzeit gebe es zwei Möglichkeiten, wie es mit dem Wal weitergeht: "Wenn das Tier da liegengelassen wird, kommt es entweder von alleine frei, oder es verendet dort an Ort und Stelle", so der 33-Jährige. Alternativ könnten die Experten eingreifen und versuchen, den Wal von der Sandbank zu befreien. Wie genau das vonstattengehen würde, ist noch offen.

Erstmeldung am 23. März 2026, um 8.31 Uhr, zuletzt aktualisiert um 14.01 Uhr.

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