Frau setzt Notruf ab, wenig später ist sie tot: Hat die Polizei zu wenig getan?

Von Frederick Mersi

München - Nach dem gewaltsamen Tod einer 31-Jährigen in München wird gegen einen Polizisten wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung ermittelt.

Polizisten stehen vor dem Haus in Moosach, in dem die tote Frau im März 2026 gefunden wurde.  © Felix Hörhager/dpa

Vom Handy der Frau sei am frühen Morgen des Tattages ein Notruf an die Polizei abgesetzt worden, teilten die Ermittler mit. Jetzt werde gegen den Beamten ermittelt, der den Notruf entgegengenommen hat. 

Es bestünden "Zweifel daran", dass er "im Anschluss an das Telefonat alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet hat", teilte das Münchner Polizeipräsidium mit.

Das bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München I sollen das Verhalten des Beamten jetzt überprüfen. Er werde vorerst keine Notrufe und Anzeigen mehr entgegennehmen.

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Weitere Details, auch zum Notruf selbst, wollte die Polizei unter Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht nennen.

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Die Frau, von deren Handy der Notruf eingegangen war, war laut Polizei am Abend des 19. März tot in ihrer Wohnung gefunden worden - mehr als 16 Stunden nach dem Telefonat.

Ihr Ex-Partner mit türkischer Staatsangehörigkeit sitzt wegen des Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft.

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