Missbrauchsvorwürfe im SOS-Kinderdorf: Gründer auch in Deutschland unter Verdacht

Von Albert Otti

München/Innsbruck - Unter den Missbrauchsvorwürfen gegen den Gründer von SOS-Kinderdorf, Hermann Gmeiner, ist auch ein Verdachtsfall aus Deutschland.

Der SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner starb 1986 in Innsbruck.
Der SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner starb 1986 in Innsbruck.  © Montage: Dpa Porträtdienst/dpa +

Wie der deutsche Förderverein SOS-Kinderdörfer weltweit in München bestätigte, hatte sich ein mutmaßliches Opfer bereits vor Jahren an den Verein gewandt.

Der Österreicher Gmeiner (1919-1986) hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Bewegung für verwaiste und hilfsbedürftige Kinder aufgebaut.

Im vergangenen Herbst teilte SOS-Kinderdorf Österreich mit, dass gegen ihn glaubhafte Vorwürfe zu sexuellen und physischen Übergriffen gegen acht männliche Kinder und Jugendliche vorlägen.

München: Fotos von fremden Kindern gemacht? Mann wird aggressiv und zückt Messer
München Crime Fotos von fremden Kindern gemacht? Mann wird aggressiv und zückt Messer

Dies löste in der globalen SOS-Kinderdorf-Bewegung Bestürzung und Recherchen aus - auch in Deutschland.

Der Verein SOS-Kinderdörfer weltweit stieß dabei auf Hinweise in internen Unterlagen dazu, dass sich ein mutmaßliches Missbrauchsopfer Gmeiners im Jahr 2019 an den Verein gewandt hatte.

Es gehe dabei um mutmaßliche Belästigung in den 60er-Jahren, teilte der Verein der Deutschen Presse-Agentur mit. Wo in Deutschland und unter welchen Umständen dies passiert sein soll, wurde zum Schutz des Opfers nicht erklärt.

Die Organisation teilte jedoch mit, dass seit dem Herbst mehrere weitere Verdachtsfälle gegen Gmeiner aufgearbeitet würden. Dazu zählen auch die Informationen aus Deutschland.

Titelfoto: Montage: Dpa Porträtdienst/dpa + Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema München Crime: