Tod einer 75-Jährigen: Verdächtiger in Psychiatrie gebracht
Von Cordula Dieckmann
München - Eine 75-Jährige ist am Samstagabend in ihrem Münchner Wohnhaus an mehreren Stichverletzungen gestorben. Der Tatverdächtige wurde in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.
Tatwaffe sei ein Messer gewesen, sagte der Leiter der Mordkommission, Armin Ritterswürden.
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von Totschlag aus. Als tatverdächtig gilt ein 23-Jähriger, der auf Anordnung des Ermittlungsrichters vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wurde.
Die Polizei war am Samstagabend von Anwohnern der Reihenhaussiedlung im Stadtteil Untergiesing alarmiert worden, die Hilferufe gehört hatten. Eine Streife fand die getötete Frau, die bei offener Haustür im Eingangsbereich ihres Hauses lag.
Der 23-Jährige war zu dem Zeitpunkt offenbar noch im Haus, konnte aber nach Angaben der Ermittler fliehen. Wenig später sei er im Garten eines Nachbargrundstücks festgenommen worden, sagte Ritterswürden. Dabei habe er keinen Widerstand geleistet.
Opfer und Tatverdächtiger kannten sich aus der Nachbarschaft
Ein Motiv für die Tat konnten die Ermittlerinnen und Ermittler noch nicht nennen. Derzeit gehe man aber nicht von Mord, sondern von Totschlag aus, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Juliane Grotz.
Bei der Bewertung der Tat spiele zudem eine mögliche psychische Erkrankung des Mannes eine Rolle. Denkbar sei am Ende auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, eventuell auch in Kombination mit einer Freiheitsstrafe.
Sicher ist, dass die 75-Jährige und der 23-Jährige sich aus der Nachbarschaft kannten. Das Opfer und die Familie des 23-Jährigen wohnen nach Angaben der Polizei schon länger in der Gegend.
Ein Streit oder ein Konflikt zwischen beiden sei aber nicht bekannt. Ein Kurzgutachten habe Hinweise auf psychische Probleme des 23-Jährigen ergeben, die zudem auch schon vorher der Polizei bekannt gewesen seien.
Titelfoto: NEWS5 / Sebastian Pieknik
