Teenager (18) in S-Bahn sexuell belästigt, doch plötzlich bildet sich eine schützende Allianz

München - Am frühen Freitagmorgen wurde gegen 1.15 Uhr eine 18-jährige Deutsche zwischen den Münchner S-Bahn-Stationen Pasing und Langwied belästigt.

Drei Mitfahrer aus drei Nationen standen dem 18 Jahre alten Mädchen zur Seite und nahmen es in Schutz. (Symbolbild)
Drei Mitfahrer aus drei Nationen standen dem 18 Jahre alten Mädchen zur Seite und nahmen es in Schutz. (Symbolbild)  © 123RF/wavebreakmediamicro

Ein 26-jähriger Nigerianer hatte sie bereits am Bahnhof Pasing angesprochen und nahm dann gegenüber vor ihr in der Bahn Platz.

"Nach Abfahrt des Zuges bedrängte er die 18-Jährige aus Maisach und streichelte ihr über die nackten Beine", teilte die Polizei am Sonntag mit.

Womit der Mann offenbar nicht gerechnet hat: In dem Abteil bildete sich daraufhin eine schützende Allianz für die junge Frau.

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"Ein 21-jähriger Iraker sowie ein 30-jähriger Deutscher und eine 32-Jährige aus Ghana bemerkten dies, nahmen die Jugendliche in Schutz und informierten den Triebfahrzeugführer über den Notruf in der S-Bahn."

Ein DB-Mitarbeiter informierte am Haltepunkt Langwied daraufhin die Bundespolizei. "Als die Beamten vor Ort ankamen, hatte sich der Nigerianer bereits unerkannt entfernt und konnte trotz Fahndung nicht mehr ausfindig gemacht werden", hieß es weiter.

An dieser Stelle könnte der unschöne Vorfall ein zumindest für die junge Frau erträgliches Ende gefunden haben. Allerdings handelte der 26 Jahre alte Tatverdächtige aus Dorfen - vielleicht auch aufgrund seiner 1,12 Promille - alles andere als rational. Und kehrte kurze Zeit später wieder zurück.

Er verfolgte und beleidigte den 21-jährigen Iraker aus Pasing. Zumindest eine Zeit lang, denn dann konnte ihn die Bundespolizei vorläufig festnehmen.

Duldung in der Bundesrepublik gut eine Woche zuvor erloschen

Damit nicht genug: Im Rahmen der Maßnahmen wurde festgestellt, dass die seit Juni 2016 geltende Duldung für den Verdächtigen seit über einer Woche erloschen war.

"Der Nigerianer ist bereits wegen diverser Sexual- sowie anderer Delikte polizeilich in Erscheinung getreten."

Nun wurde ein Verfahren gegen ihn wegen sexueller Belästigung, Beleidigung und wegen Aufenthalts ohne Aufenthaltstitel ermittelt.

Titelfoto: 123RF/wavebreakmediamicro

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