Ein Jahr nach tödlichem Surfunfall: Viele Fragen weiter offen

Von Sabine Dobel

München - Grünes Wasser, Surfer, die elegant auf der Welle reiten – und Besucher aus aller Welt, die eifrig Fotos schießen. Der Eisbach in München hat sich über Jahrzehnte zu einem international bekannten Spot entwickelt.

Am späten Abend des 16. April 2025 hat eine 33-Jährige auf dem Eisbach gesurft. Dann passierte der Unfall, an dessen Folgen die Frau Tage später starb.  © Peter Kneffel/dpa

Münchner Surfer zählten Mitte der 1970er-Jahre zu den Pionieren des Flusssurfens, weit weg vom Meer: ein Surferparadies mitten in der Stadt.

Trotz der intensiven Nutzung – im Sommer ebenso wie im Winter und oft bis tief in die Nacht – wurden lange keine schweren Unfälle bekannt. Bis vor einem Jahr. Nach einem Unfall stirbt eine 33-jährige erfahrene Surferin.

Die Surferszene ist unter Schock. Doch sie betont stets, der Sport generell sei weitgehend ungefährlich. Aber, so ein Insider, es gebe kaum einen Surfer, "der noch nie ein Brett ins Gesicht gekriegt hat".

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Tödliche Unfälle blieben dennoch die Ausnahme. Etwa 2016 starb ein Surfer Medien zufolge in Österreich. Auch er war mit der Sicherungsleine hängen geblieben. 

Die Leash (Leine) als Gefahr ist bekannt. Die Welle ist inzwischen ein Politikum, sie war ein wichtiges Thema im Kommunalwahlkampf. Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause kündigte gleich nach seiner Wahl an, spätestens zu Beginn der Sommerferien solle die Welle wieder freigegeben werden.

Doch erst einmal geht es laut Umweltreferat um eine sichere Wiederherstellung der Welle. Ein "finaler Vorversuch" wurde Ende März bei zu niedrigem Wasserstand verschoben. Neuer Termin: offen. 

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Lösung vom Surf Club für fehlende Welle: "In zwei Stunden wäre die Sache erledigt"

Polizeitaucher durchsuchten den Wellenbereich im abgesenkten Eisbach. Ein Fremdverschulden gilt inzwischen für ausgeschlossen.  © Peter Kneffel/dpa

Die Szene ist ungeduldig. Gut eine Woche nach dem geplatzten Versuch war an Ostern plötzlich die Welle da, einen Tag lang wurde trotz Verbots gesurft.

Einmal mehr war dem Vernehmen nach unerlaubt ein Einbau im Wasser installiert worden, um die Welle zu provozieren – wie auch früher schon. Dieses Mal wirkte es fast wie ein Appell: Seht her, es geht – einfach und schnell. 

Längst gibt es in mehreren Städten künstliche Wellen – Expertise ist da. "In zwei Stunden wäre die Sache erledigt, und der Oberbürgermeister wäre ein Problem los", sagte der Präsident des Surf Club München, Martin Grün an Ostern. 

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Doch die Lösung muss sicher sein. Die Sorge, dass wieder etwas passiert, ist groß. Bis heute ist nicht ganz geklärt, wie es zu dem tödlichen Unfall kam.

Zur Ursachenforschung am Grund des Baches wurde das Wasser abgesenkt, Taucher stiegen ins Wasser. Zu sehen waren Störsteine – gefährliche Hindernisse wurden nicht gefunden. Die Staatsanwaltschaft München I hatte ihre Ermittlungen im Juni eingestellt, sie sah kein Fremdverschulden.

"Denkbar, aber nicht mit Sicherheit feststellbar ist, dass sich die Surferin mit ihrem Surfbrett oder ihrer Leash an einem der 29 Störsteine verhakte, durch die unter Spannung stehende Leash in der Welle gefangen war und durch die Strömung unter Wasser gedrückt wurde", teilte die Behörde mit.

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