Kunstminister kritisiert Bayreuther Festspiele: "Erfolge der Vergangenheit" reichen nicht aus

Bayreuth - Der bayerische Kulturminister Markus Blume (48, CSU) kritisiert die Bayreuther Festspiele und erwartet von Ihnen intensivere Anstrengungen.

Der bayerische Wissenschafts- und Kulturminister Markus Blume (48, CSU) fordert ein besseres Engagement vonseiten der Bayreuther Festspiel-Macher.
Der bayerische Wissenschafts- und Kulturminister Markus Blume (48, CSU) fordert ein besseres Engagement vonseiten der Bayreuther Festspiel-Macher.  © Uwe Lein/dpa

Es reiche heute nicht mehr aus, sich "ausschließlich auf künstlerische Erfolge der Vergangenheit oder einen großen Namen" zu verlassen, um die Menschen weiterhin für die Kunst und Kultur zu begeistern, sagte er gegenüber der "Passauer Neuen Presse" (PNP).

Blume fügte mit an: "Das gilt für jede Kultureinrichtung." Er fand auch lobenden Worte für die Entwicklung der letzten Zeit, fand jedoch die Umsetzung offenbar nicht immer gelungen.

"Im letzten Jahr fand ich das Konzept mit virtuellen Brillen auch im Sinn einer Erweiterung des Bühnenraums sehr spannend, musste aber feststellen: Im Moment sind in Bayreuth die Brillen noch unbequemer als die Stühle", so der 48-Jährige über das "Augmented Reality"-Experiment 2023.

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Unter "Augmented Reality" (AR) – also "erweiterte Realität" – versteht man das virtuelle Hinzufügen von Objekten in die tatsächlich bestehende Umgebung per VR-Brille, iPad oder Handy.

Man sieht über die integrierte Kamera auf dem Display, was wirklich vor einem geschieht und die AR fügt beispielsweise Infotafeln, historische Kulissen oder ähnliches zusätzlich in das Umfeld mit ein.

Chef-Vertrag von Wagner-Urenkelin endet 2025

Im vergangenen Jahr brachte so der US-Regisseur Jay Scheib (54) eine zum Teil virtuelle Inszenierung von Wagners "Parsifal" auf die Bühne. Das Problem: Von den rund 2000 Zuschauern hatten – aus Kostengründen – nur 300 eine entsprechende VR-Brille. Die restlichen 1700 Personen hatten damit keinen Zugang zu der vollständigen Kunstdarbietung.

Kunstminister Blume fordert von den Verantwortlichen eine zukunftsfähige und weltweit Maßstäbe setzende Umsetzung, die mit sowohl Tradition als auch Moderne von Jung bis Alt die Besucher begeistert.

In eine ähnliche Kerbe scheint die Opernregisseurin und Festspiel-Chefin Katharina Wagner (45) zu schlagen. Die Richard-Wagner-Urenkelin knüpft ihre Vertragsverlängerung – der aktuelle läuft bis 2025 – an umfassende strukturelle Reformen.

Titelfoto: Uwe Lein/dpa

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