Unesco ernennt Bayerns Königsschlösser zum Welterbe

Von Von Michael Evers und Ulf Vogler

Schwangau/Paris - Die Unesco hat die berühmten Märchenschlösser von Bayerns König Ludwig II. zum Welterbe erklärt.

Der Innenhof des Schlosses Neuschwanstein: Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Bestrebungen aus Bayern nun Teil des Unesco Welterbes.
Der Innenhof des Schlosses Neuschwanstein: Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Bestrebungen aus Bayern nun Teil des Unesco Welterbes.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf ihrer Sitzung in Paris nahm die Welterbekommission der UN-Kulturorganisation das Schloss Neuschwanstein, die Schlösser Herrenchiemsee und Linderhof sowie das Königshaus am Berg Schachen in die Welterbeliste auf.

In Bayern war seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf diese Auszeichnung hingearbeitet worden.

Die prachtvollen Schlösser in idyllischer Umgebung in Oberbayern sind seit nahezu 140 Jahren ein Touristenmagnet.

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Die Prunkbauten von Ludwig II. (1845-1886) lockten im vergangenen Jahr über 1,7 Millionen Besucher, viele davon Urlauber aus dem Ausland. "Die Aufnahme der Schlösser in die Welterbeliste ist eine herausragende Würdigung dieser eindrucksvollen Orte", sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer.

"Sie sind allesamt architektonische Meisterwerke und zeugen von der künstlerischen Vorstellungskraft, aber auch der Exzentrik des Märchenkönigs." Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichteten Königsschlösser sollen den Eindruck historischer Bauten erwecken und Mittelalter-Träume und Fantasien wecken.

Ludwigs Schlösser sollen Fantasien wecken

Die Unesco hat die berühmten Märchenschlösser von Bayerns König Ludwig II. – hier das Schloss Herrenchiemsee – zum Welterbe erklärt.
Die Unesco hat die berühmten Märchenschlösser von Bayerns König Ludwig II. – hier das Schloss Herrenchiemsee – zum Welterbe erklärt.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Schloss Neuschwanstein etwa wurde wie eine mittelalterliche Ritterburg erbaut und Schloss Herrenchiemsee nach dem Vorbild von Versailles errichtet. Tatsächlich handelt es sich bei den imposanten Schlössern aber um für ihre Zeit moderne Bauwerke.

"Gebaute Träume" betitelte die Bayerische Schlösserverwaltung die Welterbe-Bewerbung.

Das begehrte Welterbe-Siegel ist zwar nicht mit einer finanziellen Förderung verbunden, erhöht aber die weltweite Bekanntheit und das Ansehen der ausgezeichneten Kulturstätten, was dem Tourismus zugutekommt.

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Der Staat verpflichtet sich, Welterbestätten langfristig zu erhalten und zu schützen und muss der Unesco darüber regelmäßig Bericht erstatten.

Weltweit gab es nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission vor der diesjährigen Sitzung 1223 Welterbestätten in 168 Ländern. Die meisten sind Kulturdenkmäler wie das mittelalterliche Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Es gibt aber auch Naturerbestätten wie die Grube Messel in Hessen, die durch ihre zahlreichen Fossilienfunde bekannt ist.

Insgesamt gab es in Deutschland bislang 54 Welterbestätten, darunter die Altstädte von Stralsund und Wismar, der Kölner Dom, das Wattenmeer und die römischen Grenzanlagen des Limes.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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