OB Reiter wehrt sich gegen Tempo-30-Beschluss: "Absurdes Hin und Her"

Von Frederick Mersi

München - Die Stadt München wehrt sich gegen einen Gerichtsbeschluss zu Tempo 30 am Mittleren Ring. Eine Beschwerde werde im Laufe des Donnerstags eingelegt, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD).

Auf der Landshuter Allee gilt noch Tempo 50. Zwei Anwohnern missfällt das.
Auf der Landshuter Allee gilt noch Tempo 50. Zwei Anwohnern missfällt das.  © Malin Wunderlich/dpa

Damit würde der Streit um sauberere Luft und das Tempolimit an der Landshuter Allee als Nächstes vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) ausgetragen.

Zudem habe die Stadt beantragt, die Verpflichtung zum unverzüglichen Aufstellen der Tempo-30-Schilder auszusetzen, bis der VGH entschieden hat.

"Die aktuellen Grenzwerte für Stickstoffdioxid wurden im gesamten letzten Jahr und werden auch aktuell an der streitgegenständlichen Stelle eingehalten", sagte Reiter. "Aus meiner Sicht bestand daher keinerlei Notwendigkeit für die jetzt getroffene Entscheidung im Eilverfahren, da in der Hauptsache in den nächsten Wochen entschieden werden dürfte."

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Die Stadt München gehe aktuell nicht von einer Gesundheitsgefahr für die Anwohner durch Tempo 50 aus. Zudem betonte Reiter, dass die Tempo-30-Schilder wieder getauscht werden müssten, wenn die Stadt mit ihrer Beschwerde beim VGH erfolgreich sei.

"Dies würde zu einem unverhältnismäßigen Kostenaufwand führen, den letztendlich der Steuerzahler bezahlen muss", sagte der SPD-Politiker.

Schildertausch am Mittleren Ring auf Kosten der Steuerzahler

OB Dieter Reiter (67, SPD) will so lange an den Schildern am Mittleren Ring festhalten, bis der Entschluss rechtskräftig ist.
OB Dieter Reiter (67, SPD) will so lange an den Schildern am Mittleren Ring festhalten, bis der Entschluss rechtskräftig ist.  © Matthias Balk/dpa

"Ganz abgesehen von einem absurden Hin und Her, das für die Menschen nicht mehr nachvollziehbar wäre." Falls das Verwaltungsgericht den Antrag der Stadt auf Aufschiebung ablehne, werde man sich aber "selbstverständlich rechtskonform verhalten und die Schilder unverzüglich austauschen".

Die Deutsche Umwelthilfe teilte unterdessen mit, dass die von ihr unterstützten Anwohner, die Tempo 30 am Ring erstritten hatten, ein Zwangsgeld von bis zu 10.000 Euro gegen die Stadt beantragt haben, wenn sie nicht unverzüglich das Tempolimit an der Landshuter Allee senkt.

Sollte das Verwaltungsgericht dem nachkommen, könnte sich die Stadt mit der Zahlung aber auch nicht von der Verpflichtung freikaufen, die Schilder aufzustellen. Sie muss auch dann den Beschluss des Verwaltungsgerichts zu Tempo 30 weiter umsetzen.

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Der Streit um Einschränkungen für Autofahrer auf der viel befahrenen Bundesstraße im Nordwesten Münchens für sauberere Luft schwelt schon seit Jahren. Die Deutsche Umwelthilfe hatte vor Gericht Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß erstritten. Die Stadt wollte weitere Fahrverbote durch Tempo 30 statt Tempo 50 umgehen.

Titelfoto: Bildmontage: Malin Wunderlich/dpa, Matthias Balk/dpa

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