Bares für Rares: Hinter diesem Becher versteckt sich eine märchenhaft-romantische Geschichte

Köln – Die 51-jährige Fernande von Westphalen möchte bei Bares für Rares einen silbernen Hochzeitsbecher verkaufen. Die Geschichte hinter diesem seltenen Stück bezaubert nicht nur Horst Lichter.

Horst Lichter und Wendela Horz demonstrieren den Umgang mit dem Hochzeitsbecher.
Horst Lichter und Wendela Horz demonstrieren den Umgang mit dem Hochzeitsbecher.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Der Becher besteht eigentlich aus zwei Bechern. Einem großen Becher, der die Form eines Kleides hat und einem kleinen Becher, der so befestigt ist, dass er frei schwingt.

Die Verkäuferin Fernande von Westphalen (51) wird von Horst Lichter, wie er es immer tut, mit freundlichen Worten empfangen. Da er zuerst nicht weiß, um was es sich bei dem Silberbecher wirklich handelt, klärt Fernande ihn auf. "Das ist ein Hochzeitsbecher, etwas ganz romantisches finde ich."

Horst scheint jedoch noch nicht davon überzeugt zu sein, dass das Stück romantisch wäre, da springt Expertin Wendela Horz der Verkäuferin zur Seite. Hinter dieser Art von Becher steckt nämlich eine wirklich märchenhafte Geschichte.

"Es gibt die Geschichte von der eitlen, hochmütigen, reichen Tochter, die nicht heiraten möchte. Zu ihrem Vater sagt sie, dass sie nur den Mann heiraten würde, vor dem sich auch freiwillig das Knie beugt."

Dies, so erzählt die Expertin weiter, habe ein Goldschmied gehört, der sich in die Tochter verliebt hätte. Also habe er diesen Becher zu einer Veranstaltung mitgebracht. "Nur die schönste Frau im Saal kann mit mir aus diesem Becher trinken, ohne einen Tropfen zu vergießen", habe der Goldschmied gesagt. Die hochmütige Tochter wollte dies sofort tun und so ließ der Goldschmied den Becher für beide füllen. Aufgrund der Konstruktion des Bechers konnte die Tochter aber nur daraus trinken, indem sie die Knie beugt. Und so habe der Goldschmied am Ende die Hand der Tochter für sich gewonnen.

Diese Geschichte erwärmt Lichters Herz, er säuselt geradezu "Ist das schön. Das ist romantisch."

Wolfgang Pauritsch redet und redet und verliert beim Bieten

Der Brautbecher stammt aus der Zeit um 1900.
Der Brautbecher stammt aus der Zeit um 1900.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Ob die Händler das auch so sehen, will Horst natürlich wissen und so gibt er Fernande das Händlerkärtchen.

Die Expertise hatte einen Schätzpreis von 300 bis 500 Euro ergeben. Ein Preis, mit dem auch die 51-Jährige zufrieden wäre.

Wolfgang Pauritsch ist der erste Händler, der den Becher in der Hand hält. Als er den Becher aus einem Tuch wickelt und sieht, sagt er sofort erfreut: "Oh, die Kunigunde!"

Auch die anderen Händler scheinen die Geschichte um die Tochter und den Goldschmied zu kennen. Pauritsch allerdings tut sich hier als Experte für solche Becher hervor: "Ich hatte mal einen, der war vierzig Zentimeter hoch."

Auch auf die Frage von Fabian Kahl, seit wann es solche Becher geben würde, weiß er aus eigener Erfahrung zu berichten: "Ich hatte einmal einen aus dem achtzehnten Jahrhundert."

Und während Pauritsch so vor sich hin sinniert und hier und da ein Angebot in die Runde wirft, bietet Händlerin Susanne Steiger ordentlich mit. Das bringt Walter Lehnertz sogar zu dem Urteil: "Wenn es um Romantik geht, da ist die Susanne nicht zu bremsen."

Sie scheint den Becher unbedingt haben zu wollen und liefert sich einen Bieter-Wettstreit mit Wolfgang Pauritsch, der weitere Geschichten von "Kunigundes" aus seinem Besitz erzählt. "Ich hatte mal einen aus purem Gold."

Mit den Worten "Ich bin schon glücklich verheiratet. Aber da du noch nicht verheiratet bist, steig ich jetzt aus für dich", überreicht er den Becher am Ende aber an Susanne, die für 350 Euro den Zuschlag bekommt.

Fernande von Westphalen (51) freut sich über den Verkauf.
Fernande von Westphalen (51) freut sich über den Verkauf.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Titelfoto: ZDF/Bares für Rares/screenshot

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