Roboter "Pepper" ist der neue Star im Altenheim

Bischofswerda - Er kann Märchen erzählen, High Five geben, Witze reißen und zum Frühsport animieren: Seit diesem Jahr bespaßt der Roboter "Pepper" die betagten Damen und Herren im Seniorenwohnhaus "Am Belmsdorfer Berg".

Na hallo, was bist denn du für einer? Roboter "Pepper" hatte einen gelungenen Einstand an seinem neuen Arbeitsplatz.
Na hallo, was bist denn du für einer? Roboter "Pepper" hatte einen gelungenen Einstand an seinem neuen Arbeitsplatz.  © Norbert Millauer

Schon in den ersten Tagen haben viele Bewohner den geselligen Typen mit den Glubschaugen in ihr Herz geschlossen. "Er wirkt vom Aussehen und der Stimme her recht kindlich und liebenswert", sagt Geschäftsführer Sascha Bock. "So waren die ersten Berührungsängste und die Skepsis nicht so groß."

Mit 390 Bewohnern ist das Heim das sechstgrößte in Deutschland und das erste im Osten, welches Pepper als "Mitarbeiter" vor allem zur Unterhaltung einsetzt. Für den Anfang kommt Pepper immer in Begleitung einer geschulten Mitarbeiterin in die Gemeinschaftszimmer der Wohngruppen.

Er versteht und beantwortet Fragen - etwa nach dem Wetter, den Fußballergebnissen, zum Speiseplan oder zu sich selbst.

Oft machen sich die Heimbewohner den Spaß und lassen den Roboter ihr Alter schätzen - hier sorgt Peppers hohe Fehlerquote für erhebliche Heiterkeit.

Idee stammt aus Japan

Die Berührungsängste, die Senioren bisweilen mit neuer Technik haben, waren schnell vergessen.
Die Berührungsängste, die Senioren bisweilen mit neuer Technik haben, waren schnell vergessen.  © Norbert Millauer

Der rollende Kollege mit der künstlichen Intelligenz soll nicht etwa Mitarbeiter ersetzen. Sascha Bock: "Aber er kann sie bei Routinearbeiten entlasten, damit sie mehr Zeit für eigentliche Aufgaben und die Bewohner haben."

Die Chefs des kreiseigenen Seniorenwohnhauses erhoffen sich nicht nur Abwechslung für die Alltagsgestaltung der betagten und dementen Bewohner. Bock: "Es ist eine riesige Herausforderung, junge Mitarbeiter zu gewinnen."

Pepper dient sozusagen als Botschafter, dass auch in der Pflege moderne Zeiten einziehen. Er ist der erste markttaugliche humanoide Roboter, der als Gefährte oder im Verkauf eingesetzt werden kann.

Sein Ursprung ist Japan, inzwischen wird er in Frankreich produziert. Er ist mit Kameras und vielen Sensoren ausgestattet und auch darauf programmiert, Menschen und deren Mimik und Gestik zu analysieren und auf Emotionszustände entsprechend zu reagieren.

In der Zukunft könnten diese freundlich gesinnten Helfer ein breiteres Aufgabenspektrum als nur Unterhaltung bedienen. Das Bundesforschungsministerium gibt gerade 20 Millionen Euro aus, um die Einsatzmöglichkeiten von Pepper besonders im Pflegebereich zu optimieren.

Das Seniorenwohnhaus "Am Belmsdorfer Berg" in Bischofswerda ist Sachsens erstes Heim mit einem Roboter.
Das Seniorenwohnhaus "Am Belmsdorfer Berg" in Bischofswerda ist Sachsens erstes Heim mit einem Roboter.  © Norbert Millauer

Titelfoto: Norbert Millauer

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