Berliner Punks angepisst? Boris Palmer wird in Egotronic-Song gedisst

Tübingen - Der Grünen-Politiker Boris Palmer (47) ist zur Zielscheibe der Punkband Egotronic geworden.

Am Ende des Levels ballert das Raumschiff auf einen Pixel-Palmer. (Screenshot)
Am Ende des Levels ballert das Raumschiff auf einen Pixel-Palmer. (Screenshot)  © Screenshot Youtube.de/Audiolith

Die linken Musiker aus Berlin (Songs u.a. "Deutschland, Du Arschloch, fick Dich!", "Scheiße bleibt Scheiße") arbeiten sich in dem Song "Der Bürgermeister" an dem Tübinger Stadtoberhaupt ab.

Darin heißt es in Anspielung auf Palmers wiederholte Äußerungen zum Thema Migration und seinem Ruf als Sheriff: "Pro Law and Order versteht er keinen Spaß, fordert 'Ausländer raus' mit Augenmaß".

Das YouTube-Video zum Song ist in der Art eines pixeligen Handy-Spiels gestaltet.

Ein Raumschiff ballert sich durchs Level, bis es schließlich auf den Endboss trifft: Boris Palmer. Nach genügend eingesteckten Schusssalven und Raketen explodiert der Palmer-Kopf dann schließlich.

Song und Video von Egotronic sorgten bei dem Grünen-Politiker für Ärger. Dem machte er in einem Facebook-Beitrag Luft. Zunächst mal nahm er sich dort den Titel des kommenden Albums der Punks vor: "Ihr seid doch auch nicht besser".

Was, wenn rechte Band auf Carola Rackete schießt?

Hat Mitleid mit der Band Egotronic: Tübingens OB Boris Palmer.
Hat Mitleid mit der Band Egotronic: Tübingens OB Boris Palmer.  © DPA

"Schöner Titel des neuen Albums von Egotronic", begann Palmer. "So ist es. Aber offenbar ist die Berliner Punkszene immer noch angepisst, weil ich vor einem Jahr die Disfunktionalität der Berliner Verwaltung humoristisch aufgespießt habe."

Wir erinnern uns: Palmer hatte im vergangenen Jahr über die Bundeshauptstadt geätzt: "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: 'Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands'."

Nach der Berlin-Kritik herrschte Stimmung! Der Grüne kam schließlich zum Hauptstadt-Besuch vorbei. Offensichtlich blieben einige Leute pikiert.

"Als Rache kann man jetzt im 80er-Jahre-Look mit Raketen auf mein Pixelportrait schießen und am Ende gibt es eine saubere Explosion", schreibt Palmer in seinem Posting. "Mission accomplished. In den 80ern war Punk noch progressiv. Heute sind auch die schon 50+."

Der 47-Jährige wagt angesichts des Songs ein Gedankenexperiment: "Ich stelle mir ganz kurz den Aufschrei vor, wenn irgendeine Rechtsrockband die Carola Rackete in einem Musikvideo mit Raketen beschießen und am Ende explodieren ließe. Aber links halten sie sich halt doch für besser."

Für die Band hat der Oberbürgermeister eher Mitleid: "Jetzt brauchen die in Berlin schon Provinzbürgermeister, damit sie ihre Platten verkaufen können. Ich muss echt wichtig, mächtig und sehr, sehr böse sein."

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