Passierten schreckliche Dinge in diesem Horror-Kinderheim in Sachsen?

Bräunsdorf - Offene Türen, marode Mauern, kaputte Fenster - das ehemalige Kinderheim in Bräunsdorf bei Freiberg macht schon von außen einen abschreckenden Eindruck. Was allerdings zu DDR-Zeiten in diesem Gebäude passierte, ist noch viel erschreckender!

Das ehemalige Kinderheim in Bräunsdorf verfällt von Jahr zu Jahr. Hier geschahen schreckliche Dinge.
Das ehemalige Kinderheim in Bräunsdorf verfällt von Jahr zu Jahr. Hier geschahen schreckliche Dinge.  © privat

Über 150 Jahre lang prägte das Kinderheim die Ortsgeschichte des beschaulichen Dorfes bei Freiberg. Seit etwa 20 Jahren steht es leer - verrottet von Jahr zu Jahr.

Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude als Jugendwerkhof, später als Spezialkinderheim. In dieses kamen Jungs und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die laut DDR als schwererziehbar galten.

Schwererziehbar - das war zu DDR-Zeiten auch jemand, der die sozialistische Ideologie des Regimes nicht teilte und dies öffentlich machte.

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Ziel des Ganzen war es, die Jugendlichen politisch "umzuerziehen". Dabei schreckten die "Erzieher" auch nicht vor Schlägen, Misshandlungen und anderen körperlichen Strafen zurück.

Im Internet finden sich einige Berichte von Betroffenen. Teilweise sind diese Haarsträubend und erschreckend.

Ein Betroffener, der von 1970 bis 1973 in dem Spezialkinderheim war, berichtet: "Unsere Gruppe (...) war zum Abendbrot. Da wir nichts ordentliches zu Essen bekamen, nahm ich mir eine trockene Scheibe Brot und steckte sie unter mein Hemd. Das sah natürlich der Erzieher. Ich wurde im Speiseraum vor allen Kindern zusammengeschlagen. Ich war gerade mal 11 Jahre. Diese Sache sollte als Abschreckung dienen, damit andere diesen 'Fehler' nicht machen."

Andere Zeugen berichten ähnliches. Viele, die in dem Spezialkinderheim in Bräunsdorf landeten, haben bis heute mit den schrecklichen Erlebnissen zu kämpfen.

Wer sich nicht benahm, musste im Keller schlafen!

Verdammt gruslig! In diesem kalten und ungemütlichen Keller mussten offenbar Kinder schlafen.
Verdammt gruslig! In diesem kalten und ungemütlichen Keller mussten offenbar Kinder schlafen.  © privat

Einer der unheimlichsten Orte des ehemaligen Kinderheimes ist der Keller. Es gibt keine Fenster, nur kalte, nasse und von Moos bedeckte Wände. Am Ende des langen Kellerraumes stehen drei Bettgestelle. Ein gruseliger Anblick! Was das wohl zu bedeuten hat?

Nach einigen Recherchen wird klar: Hier mussten Kinder schlafen. Ein ehemaliger Bewohner berichtet: "Des Weiteren war da ein Bild in einem Kellerraum zu sehen und wenn mich meine Erinnerungen nicht ganz verlassen haben, so weckt dieser Kellerraum keine guten Erinnerungen in mir. Denn es waren dort die - wie wir dazu sagten - Bunker, soll heißen, es wurden dort Kinder, die man absolut nicht in den Griff bekam, eingesperrt."

Auch Kinder, die aus dem DDR-Spezialheim abgehauen sind, wurden in den dunklen Keller gesperrt.

Als ich vor Ort war, um mir das Areal und die Umgebung anzuschauen, sehe ich einen älteren Mann auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ich gehe auf ihn zu und frage ihn, ob er aus Bräunsdorf kommt und ob er mir etwas über das verlassene Kinderheim erzählen kann. Zu meiner Verwunderung war der Mann - er mag um die 80 gewesen sein - laut seiner Aussage Erzieher in dem DDR-Spezialkinderheim.

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"Natürlich gab es Arrestzellen für die Kinder, aber die wurden nur im äußersten Notfall angewandt", sagt er mir. Es sei alles gar nicht so schlimm gewesen, man übertreibe.

Kinderschreie aus dem Gebäude: Spukt es im Ex-Kinderheim?

Lange, düstere Gänge ziehen sich durch das Gebäude. Immer wieder wird von unerklärlichen Ereignissen aus dem Horror-Kinderheim berichtet.
Lange, düstere Gänge ziehen sich durch das Gebäude. Immer wieder wird von unerklärlichen Ereignissen aus dem Horror-Kinderheim berichtet.  © privat

In dem Ex-Kinderheim herrscht eine eigenartige Atmosphäre. Im Internet stößt man immer wieder auf Menschen, die ungewöhnliche Vorkommnisse in und um das Horror-Kinderheim beobachtet haben wollen.

So wird auf einer Homepage behauptet, dass Einheimische nachts ein Mädchen am Fenster des verlassenen Gebäudes sahen. Außerdem wird von Jugendlichen berichtet, die wegen einer Mutprobe nachts in das Gebäude gingen. Nach einigen Minuten sollen sie panisch rausgerannt sein, da sie Kinderschreie im Haus gehört hatten.

Auch einige Youtuber, die oft verlassene Gebäude erkunden, berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen. Auf einem Foto, welches bei einem Nackt-Shooting in dem Kellerraum des Kinderheims entstanden ist, ist im Hintergrund ein verschwommenes Kindergesicht zu erkennen. Ob es sich dabei um eine Täuschung, einen billigen Photoshop-Trick oder tatsächlich um etwas Übernatürliches handelt, ist unklar.

Auf jeden Fall ist das Kinderheim in Bräunsdorf eines der gespenstischsten Orte in Sachsen. Nicht nur wegen der optischen Gegebenheiten - auch die unzähligen Erlebnisse von Betroffenen machen das Ex-Kinderheim zu einem Horror-Ort.

Ein großer Waschraum mit Waschbecken Duschen. In der Mitte hängt eine Schaukel von der Wand.
Ein großer Waschraum mit Waschbecken Duschen. In der Mitte hängt eine Schaukel von der Wand.  © privat
Waschbecken an Waschbecken: Der Waschraum des Horror-Kinderheims.
Waschbecken an Waschbecken: Der Waschraum des Horror-Kinderheims.  © privat
Auf dem Dachboden des Kinderheims steht dieser Sprungbock. Gerüchten zufolge soll dieser auch als Prügelbock verwendet worden sein.
Auf dem Dachboden des Kinderheims steht dieser Sprungbock. Gerüchten zufolge soll dieser auch als Prügelbock verwendet worden sein.  © privat
Eine Treppe führt auf den Dachboden, davor eine massive Gittertür.
Eine Treppe führt auf den Dachboden, davor eine massive Gittertür.  © privat

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