Nächstes Land weigert sich, illegale Migranten reinzulassen

Brüssel - Inzwischen soll auch Belgien erklärt haben, keine illegalen Migranten mehr aufnehmen zu wollen.

Theo Francken ist Mitglied der Mitte-Rechts-Partei Nieuw-Vlaamse Alliantie (N-VA).
Theo Francken ist Mitglied der Mitte-Rechts-Partei Nieuw-Vlaamse Alliantie (N-VA).  © Olivier Hoslet/EPA/dpa

"Belgien wird keine illegalen Einwanderer akzeptieren", zitiert das polnische Nachrichtenportal "Interia" den belgischen Staatssekretär für Asyl und Immigration, Theo Francken (40).

Francken habe damit auf die Drohung des italienischen Vize-Premiers, Luigi di Maio (32), im Zusammenhang mit der Krise um das Schiff "Diciotti" reagiert (TAG24 berichtete).

Di Maio hatte gedroht, Italien werde seine jährlichen Zahlungen in Höhe von 20 Milliarden Euro an die EU einstellen, wenn am Freitag beim Treffen von EU-Vertretern in Brüssel keine Lösung gefunden wird, wie die übrigen 150 Migranten der "Diciotti" verteilt werden.

Dem belgischen Sender VRT sagte Francken, dass er sich von Italien nicht "einschüchtern" lasse. Er bleibe dabei: Belgien werde "keine illegalen Einwanderer von Booten aus Nordafrika aufnehmen."

Zuvor hatte sich bereits Malta geweigert, die 177 Menschen, die noch an Bord der "Diciotti" sind, auf maltesischen Boden zu lassen. 13 Personen, die dringend ärztliche Hilfe brauchten, wurden inzwischen auf die italienische Insel Lampedusa gebracht.

Seit Montag liegt das Schiff im Hafen von Catania. Lediglich 27 Kinder konnten an Land gehen, die übrigen Geflüchteten dürfen aber nicht von Bord.

Migranten an Bord der "Diciotti" sitzen im Hafen von Catania (Italien).
Migranten an Bord der "Diciotti" sitzen im Hafen von Catania (Italien).  © Orietta Scardino/ANSA/dpa

Titelfoto: Orietta Scardino/ANSA/dpa, Olivier Hoslet/EPA/dpa