Wäldchen soll Wohngebiet weichen: Streit um geplante Abholzung in Chemnitz

Chemnitz - Adelsberger Anwohner sind frustriert: Ein an die Walter-Janka-Straße soll ein angrenzendes Wäldchen abgeholzt werden, damit dort ein Wohngebiet entstehen kann. Eine Petition gegen die Baupläne scheiterte, doch nun ist ein Kompromiss in Sicht.

Der Initiator der Petition Frank Hösel (53) ärgert sich: "Es gibt genug Brachflächen in der Innenstadt, die bebaut werden können!"
Der Initiator der Petition Frank Hösel (53) ärgert sich: "Es gibt genug Brachflächen in der Innenstadt, die bebaut werden können!"  © Kristin Schmidt

Seit Juli 2019 kämpfen Bürger für die Erhaltung des Baumbestandes. Fast 700 Chemnitzer unterstützten die Petition an die Stadt. Ohne Erfolg: Am Dienstag lehnte der Bauausschuss ab. Denn Ende Mai 2019 wurde bereits beschlossen, dass der Bebauungsplan "Adelsberg-Südabrundung" aufgestellt wird.

Frank Hösel (53), Initiator der Petition, ist stinksauer: "Dahinter steckt das Profitstreben Einzelner! Warum werden stattdessen nicht leerstehende Gebäude in der Innenstadt saniert?"

Auch Mitstreiterin Kerstin Gampe (57) kritisiert die Pläne. "Abholzung und Asphaltierung - das kann man sich mit dem Wissen um den Klimawandel nicht leisten. Ein fragwürdiger Umgang mit der Natur."

Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (53) unterstützte die Bürger bei ihrem Widerstand, schlug im Bauausschuss einen Kompromiss vor: "Anstatt 30 Eigenheimen könnte nur eine Häuserreihe gebaut werden."

Immerhin: Investor Tino Baumann erklärte sich bereit, einen Vorschlag zur Verkleinerung des Baugebietes zu unterbreiten.

 Unterzeichnerinnen Kerstin Gampe (l., 57) Annelie Steinberg (74) sehen in dem Vorhaben einen verantwortungslosen Umgang mit der Natur.
Unterzeichnerinnen Kerstin Gampe (l., 57) Annelie Steinberg (74) sehen in dem Vorhaben einen verantwortungslosen Umgang mit der Natur.  © Kristin Schmidt
Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (2.v.r., 53) und Unterstützer der Petition stehen vor dem bedrohten Waldstück.
Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (2.v.r., 53) und Unterstützer der Petition stehen vor dem bedrohten Waldstück.  © Kristin Schmidt

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