Detlef "D!" Soost offenbart traurige Details aus seiner Kindheit

Berlin - Detlef "D!" Soosts bewegtes Leben war stets geprägt von Höhen und Tiefen. Nun hat der frühere "Popstars"-Juror sein neues Buch "Scheiß drauf, mach's einfach" veröffentlicht. Wie es ist, wenn morgen alles überraschend anders ist, darüber sprach der Erfolgstänzer mit Moderator Jörg Thadeusz (44).

Soost hat kürzlich sein neues Buch "Scheiß drauf, mach's einfach" veröffentlicht und geht damit auch auf Tour.
Soost hat kürzlich sein neues Buch "Scheiß drauf, mach's einfach" veröffentlicht und geht damit auch auf Tour.  © Annette Riedl/dpa

Am Mittwoch war der in Ost-Berlin geborene 1,90-Meter-Choreograph zu Gast bei "Talk aus Berlin" und sprach über das Thema des Buches: "Angst".

Ganz offen schilderte er Details aus seinen traurigen Kindertagen. Mit vier Jahren bangte er ausgebildete Werkzeugmechaniker um das Leben seiner Mutter Erna Soost.

Dem früheren Schlüsselkind bot sich ein Bild des Schreckens, als es von der Kita nach Hause kam.

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"Ich habe die Tür aufgeschlossen und nach links in die Küche geguckt und da lag meine Mama regungslos auf dem Boden – ihre Alkoholflaschen drumherum, leere Tablettenschachteln. Da hatte ich das erste Mal Angst um sie, da ich die Situation nicht einschätzen konnte", erinnert sich der 49-Jährige.

Doch er reagierte geistesgegenwärtig: "Da bin ich zu den Nachbarn gelaufen. Die haben den Notarzt gerufen. Der Notarzt konnte sie retten, aber der hat auch gesagt, sie wird es immer wieder tun. Meine Mama war damals manisch-depressiv. Das heißt, wenn sie depressive Schübe hatte, hat sie nicht nur mich nicht mehr erkannt, sondern hatte auch den Hang dazu gehabt, Suizid zu begehen."

Im Interview mit "Bild am Sonntag" verriet der Ostberliner dazu vor zwei Jahren: "Wenn sie klar war, realisierte sie, dass sie ein großes Problem hatte. In solchen Phasen habe ich verzweifelt versucht, sie festzuhalten, meine richtige, echte Mama! Manchmal war sie regelrecht entsetzt und verzweifelt über ihr eigenes Verhalten. Aber eben immer nur kurzzeitig."

Bald sollte die Notbremse gezogen werden, wie er dem Moderator weiter im Gespräch sagte.

Vom Schlüsselkind zum mehr oder weniger verwahrlosten Jungen

Detlef Soost (r.), Tanz- und Fitnesscoach, und Kat Rybkowski, Eiskunstläuferin, stehen bei einem Pressetermin zur SAT.1-Show "Dancing on Ice" auf dem Eis.
Detlef Soost (r.), Tanz- und Fitnesscoach, und Kat Rybkowski, Eiskunstläuferin, stehen bei einem Pressetermin zur SAT.1-Show "Dancing on Ice" auf dem Eis.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Es klingt total krass, dass ein Staat meine Vormundschaft hatte, aber das war in der Tat so. Ich bin dann verwahrlost, weil meine Mama immer kranker wurde, lag immer im Bett. Es ging mit vier Jahren, fünf Jahren, sechs, sieben, acht Jahren genauso", blickte der Fitness-Guru auf die Zeit damals zurück.

Das nahm solche Zügen an, dass er nicht einmal etwas zu essen oder zu trinken hatte. das fiel auch Menschen aus seinem Umfeld auf.

"Die Lehrer und Schüler haben mir Sachen mitgebracht, aber die Lehrer haben auch irgendwann gesagt: 'Wir müssen zu ihm nach Hause einmal die Jugendvorsorge schicken. Irgendwas stimmt ja nicht.'"

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Einen Tag vor seinem neunten Geburtstag war es dann so weit – und dann seine Mutter hatte wieder einen negativen Schub. Ein Satz seiner Mutter fiel, den er bis heute im Gedächnis hat "Den Jungen hat der Teufel geschickt. Wer ist der Junge". Da war auch der Jugendvorsorge sofort klar: "Diese Situation müssen wir für das Kind ändern." Und so kam es dann auch.

Als der heutige Dreifach-Papa ins Heim kam, dachte er noch, er wäre in einer Woche wieder bei seiner Mutter. "Doch daraus wurde ein 'nie mehr zuhause bei Mama'". Mit Zwölf hatte sie ihren Sohn noch einmal besucht. Darüber hatte er sich sehr gefreut. Zunächst, doch leider hatte sie wieder einen negativen Schub. Im Kinderheim auf der Treppe kam es wieder zu einem Erlebnis, das der kleine Detlef nicht vergessen würde.

"Meine Mama guckte mich an, meine Mama guckte meine Erzieherin an und sagte: "Das ist nicht mein Sohn, bringen sie meinen Sohn." Ein Jahr später erlag seine Mutter im Alter von 47 Jahren einem Krebsleiden. Da war er ganz allein. Sein Vater – ein Medizinstudent aus Ghana – erkannte ihn nicht als sein Kind an, seine Schwester wurde mit 15 Jahren selbst Mutter.

Es war das Tanzen, das für den 49-Jährigen wie eine Therapie funktionierte. 2017 sollte der ehemalige "Dancing on Ice"-Teilnehmer erneut ein dunkles Kapitel in seinem Leben durchstehen müssen. Er hatte Todesangst um seine Frau Kate Hall (36).

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

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